Heute Warnstreiks

Mit Warnstreiks und Kundgebungen will die IG Metall in Göppingen und Geislingen heute den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Heute finden erneut Verhandlungen im aktuellen Tarifkonflikt statt.

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Pünktlich zur vierten Verhandlungsrunde will die IG Metall - wie hier vor einem Jahr bei Porsche - auch im Landkreis Druck machen. Foto/Archiv: dpa

Die Beschäftigten in der Region reagierten mit ihren Arbeitsniederlegungen auf die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Metall. Diese hätten in der dritten Verhandlungsrunde am 19. April in Böblingen ein Angebot vorgelegt, das von den Beschäftigten in der Region als Provokation empfunden werde. Heute finden die vierten Verhandlungen für die 800 000 Beschäftigten der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie in Sindelfingen statt.

"Auf das bisherige Angebot gibt es nur eine passende Antwort und die heißt Warnstreiks", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Göppingen-Geislingen, Bernd Rattay. Gleichzeitig kündigte er massive Arbeitsniederlegungen für die kommenden Tage an. Die schwäbische Mentalität im Landkreis zeichne sich durch viel Geduld aus, diese hätten die Arbeitgeber aber deutlich überstrapaziert. Rattay weiter: "Während der Friedenspflicht haben die Arbeitgeber Pirouetten gedreht um dann ein Angebot vorzulegen, das die Gräben vertieft. Sie haben den Konflikt mit Gegenforderungen unnötig befeuert, statt uns Lösungen vorzuschlagen." Das Angebot habe keine Substanz, so Rattay, biete beim Geld deutlich zu wenig und bei unbefristeter Übernahme und Leiharbeit absolut nichts. Stattdessen hätten die Arbeitgeber zusätzliche Forderungen auf den Tisch gelegt und wollten Arbeitszeiten und befristete Arbeitsverträge ausweiten. Bernd Rattay betonte, ohne tragfähige Lösungen zu den Themen Entgelt, Leiharbeit und Übernahme werde es keinen Abschluss geben.

Um den Tarifkonflikt zu lösen, seien Ergebnisse zu allen drei Forderungen der IG Metall zwingend notwendig, betonte Rattay: "Wir fordern 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und eine erweiterte Mitbestimmung bei Leiharbeit. "Die geforderte Entgelterhöhung sei bezahlbar, die unbefristete Übernahme längst überfällig und der Einsatz von Leiharbeit dürfe nicht mehr alleine den Arbeitgebern überlassen werden, so Rattay.

Zusätzlichen Rückenwind beschert der IG Metall die aktuelle Mitgliederentwicklung. "Das erste Quartal 2012 war das beste erste Quartal in der Geschichte des Bezirks", berichtete Rattay. Mit über 6000 Neuaufnahmen habe man eine neue Rekordmarke übersprungen. "Das ist ein weiterer Beleg für die Akzeptanz unseres Kurses und unserer Forderungen."

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