Hantaviren auf dem Vormarsch

Das Hantavirus hält Ärzte und Mitarbeiter des Göppinger Gesundheitsamts in Atem. Die Zahl der Erkrankungen ist ungewöhnlich hoch - in diesem Jahr sind im Kreis Göppingen schon neun Fälle registriert.

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Sie sehen harmlos aus, aber sie können die Erreger einer äußerst unangenehmen Krankheit in sich tragen: Rötelmäuse übertragen das Hantavirus, das zu schweren Grippesymptomen und sogar zu Nierenversagen führen kann. Im Landkreis Göppingen ist das Virus auf dem Vormarsch. "Wir haben im Januar bereits neun Erkrankte", berichtet der Leiter des Gesundheitsamts Göppingen, Dr. Heinz Pöhler.

Die Zahl der Erkrankungen bewege sich "auf sehr hohem Niveau", räumt Pöhler ein, der von einer "massiven Steigerung" spricht. 15 Menschen erkrankten 2011 im Landkreis am Hantavirus, die meisten im November und Dezember. "Das ist überdurchschnittlich viel", sagt Pöhler. Zum Vergleich: Im Kreis Reutlingen wurden 13, im Kreis Esslingen elf Fälle registriert. Im Januar verzeichnet das Gesundheitsamt bereits neun Erkrankungen - Tendenz steigend. "Wir erhalten fast täglich neue Meldungen."Experten gehen davon aus, dass der trockene Herbst 2011 die Vermehrung der Mäuse begünstigt hat. Die Rötelmaus lebt hauptsächlich in Buchenwäldern. Ihre wichtigste Nahrungsquelle sind Bucheckern. Regionen wie die Schwäbische Alb seien daher am stärksten betroffen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesgesundheitsamts.

Der Mensch infiziere sich in der Regel durch Einatmen von aufgewirbeltem Staub aus den eingetrockneten Ausscheidungen der Rötelmäuse. "Das Virus hält sich in eingetrocknetem Mäusekot über Wochen", erläutert Heinz Pöhler. Indes habe sich bislang nur ein Kind im Wald angesteckt, vermutlich nachdem es mit den Füßen durchs trockene Laub gelaufen sei. Alle anderen Erkrankungen seien nach dem Fegen von Garagen oder beim Aufräumen von Dachböden aufgetreten.

Bis die Erkrankung nach der Ansteckung auftritt könnten bis zu acht oder zehn Wochen ins Land gehen. Grund zur Panik sieht Heinz Pöhler nicht. Der Verlauf einer Hantavirus-Infektion sei in der Regel vergleichsweise mild. Die Erkrankung beginne üblicherweise mit grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Glieder- und Bauchschmerzen, so der Leiter des Gesundheitsamtes. Es könne auch zu Nierenfunktionsstörungen kommen, so dass eine Dialyse notwendig sei. "Aber das ist gut behandelbar und heilt in der Regel auch wieder aus." Ärzte und Kliniken seien für die Erkrankung sensibilisiert. "2011 und 2012 hat es noch keinen Todesfall durch eine Hantavirus-Infektion gegeben", erklärt Pöhler.

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