Hannes Kilian: Große Fotoschau in Stuttgart

Das Haus der Geschichte erinnert mit einer großen Ausstellung an den 1999 in Wäschen-beuren gestorbenen Fotografen Hannes Kilian.

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Rudolf Nurejew, 1962. Fotografie von Hannes Kilian.

Er fotografierte Berlins "Rosinenbomber", die "behüteten Damen" beim Pferderennen in Iffezheim, das Guggenheim Museum in New York und immer wieder das Stuttgarter Ballett. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet nun dem vielfach ausgezeichneten Fotografen Hannes Kilian eine große Ausstellung, die unter dem Titel "Ein Leben für die Fotografie" vom 12. Februar bis zum 29. April im Kunstgebäude am Schlossplatz zu sehen ist. 360 Bilder des Fotografen, überwiegend Original-Abzüge aus seinem Atelier, decken die gesamte künstlerische Breite seines Schaffens ab.

1928, mit 19 Jahren, verließ Hannes Kilian sein Elternhaus in Ludwigshafen am Bodensee. Einen Höhepunkt der Vorkriegsjahre bildete ein Parisaufenthalt 1937. Hier fotografierte er die Weltausstellung und das (Nacht-)Leben der Metropole am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und fotografierte in einer Propagandakompanie den Russlandfeldzug. Nach Stuttgart kehrte er als Kriegsversehrter zurück. Die Zäsur des Kriegserlebnisses wird in den Nachkriegsbildern anschaulich, die Tod und Elend der Stuttgarter Zivilbevölkerung zeigen.

Nach dem Krieg stellte er den Bildern des Untergangs einen neuen Aufbruch - vor allem im Kulturschaffen - gegenüber. Zur Leidenschaft wurde Hannes Kilian die fotografische Dokumentation des Stuttgarter "Ballettwunders", das John Cranko seit 1961 begründete. Seine Bühnenbilder erlangten internationales Renommee.

Kilian starb wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag in Wäschenbeuren, wo er die letzten 18 Jahre seines Lebens gelebt hatte.

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