HANDLUNG

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Die Handlung des Musicals "Maria Magdalena" ist eingebettet in eine Rahmenerzählung: Timmi (unerschrocken dargestellt von dem zwölfjährigen Erik Lachmann) besucht seine Oma (mit Perücke auf mindestens 85 Jahre getrimmt: Ute Klauer) und erzählt ihr aufgeregt, er habe gehört, wie der Pfarrer und ein anderer Mann über eine Frau stritten. Im Gespräch, das die beiden am linken Bühnenrand sitzend führen, stellt sich heraus, dass es sich um Maria Magdalena handelte, eine "sehr umstrittene Frau", wie die Oma meint, über die in der Bibel nicht viel ausgesagt werde. Ihrem Enkel schlägt sie vor, er solle sich Maria als ein Mädchen in seinem Alter vorstellen.

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Nora Hetsch erscheint als bezopfte, verträumte Maria Magdalena. Sie füllt die Titelrolle sicher, ausdrucksstark und stimmgewaltig aus. Der Zuschauer sieht mit an, wie Marias Vater seine Tochter an den Onkel verschachert. "In der Bibel wird sie sehr viel später erwähnt", nimmt Oma den Faden wieder auf. "Da ist sie schon eine erwachsene Frau." Im Hintergrund wird der Zeithinweis "Fünf Jahre später" eingeblendet. Der Chor stimmt mit einem ausgelassenen Tanzlied auf eine neue Wendung im Geschehen ein. Zwei Betrunkene reden despektierlich über Maria, danach singt Nora mit "Sometimes I feel like a motherless child" ihr erstes ergreifendes Solo. Sie stellt Maria Magdalena jetzt als gebrochene Frau dar, die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht. Ihre Schwester Rahel und ihre Freundin Susanna (besonnener Gegenpart von Nora, ebenfalls mit toller Stimme: Simone Höss) nehmen sie wieder mit nach Hause, um sich um sie zu kümmern.

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Auf dem Markt trifft Maria Magdalena zum ersten Mal auf Jesus (uneingeschränktes Lob für Bernd Anton) und fragt ihn fasziniert "Wer bist du?". Bernd antwortet ihr in seinem Solo "Ich bin die Wahrheit". Hinter ihm erstarrt der Chor wirkungsvoll zur Kulisse. So wie in dieser Szene spiegeln die Sänger durchweg Stimmungen und Gefühle der einzelnen Sprechszenen. Nicht nur in ihrem Gesang kommt die Anteilnahme am Bühnengeschehen zum Ausdruck, sondern auch in ihrer Mimik, Gestik und Haltung.

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Maria und Susanna werden zu Jesus Jüngerinnen. Zusammen mit den beiden Frauen erleben die Zuschauer unterschiedliche Lebensstationen Jesus: die Heilungswunder (besonders eindrücklich: das Solo "Wunder werden wahr" von Eva Lanz, die die tot geglaubte und von Jesus auferweckte Tochter des Jairus spielt), sein Ärger über die Händler im Tempel, die Speisung der Fünftausend und schließlich das Letzte Abendmahl.

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Am Ende klagt Maria Magdalena sich, die Zuschauer und die Menschheit an, Jesus Tod verschuldet zu haben. Doch dann gibt sich ihr der auferstandene Jesus zu erkennen - definitiv einer der "Auf-die-Tränendrüse-drück"-Momente der zweieinhalbstündigen Aufführung.

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