Handball-Legende Kempa feiert 95. Geburtstag

Einst galt Bernhard Kempa als bester Handballer der Welt, mit Frisch-Auf hat er unzählige Titel geholt, sein Kempa-Trick hat ihn weltberühmt gemacht. Am Donnerstag wird "Monsieur Handball" 95 Jahre alt.

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Dass es ihm gesundheitlich wieder besser geht, bedeutet Bernhard Kempa mindestens so viel wie all seine sportlichen Erfolge. Am Tag nach seinem 90. Geburtstag, zu dem er viel Prominenz auf Burg Staufeneck eingeladen hatte, war "Monsieur Handball" in seinem Haus in Bad Boll gestürzt und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen. Seitdem kämpfte der Mann, der im Handball und später im Seniorentennis so ziemlich alle möglichen Titel geholt hat, um seine Gesundheit. Mit Erfolg: "Mir geht es ganz gut", sagt er und freut sich, dass er nach einem neunwöchigen Aufenthalt in der Göppinger Klinik Eichert wieder zu Hause in Bad Boll sein kann. Dort feiert er am Donnerstag im kleinen Kreis seinen 95. Geburtstag.

Das ist nicht selbstverständlich, berichtet sein Sohn Dr. Bernhard Michael Kempa. Seinem großen Kampfgeist und der hervorragenden Betreuung des Teams rund um den Chefarzt der Klinik für Nephrologie Dr. Klaus-Dieter Hanel, habe "Monsieur Handball" sein gesundheitliches Comeback zu verdanken. Der Sohn muss es wissen: Er ist selber Arzt und kümmert sich persönlich um seinen berühmten Vater. Dessen Herz schlägt nach wie vor für Frisch Auf Göppingen. "Ich interessiere mich sehr für die Spiele, leider kann ich zur Zeit nicht in die EWS-Arena kommen, das ist mir ein bisschen zu anstrengend", bedauert "Monsieur Handball". Er wünsche sich zum Geburtstag, dass es weiter aufwärts geht und er schon bald wieder live bei den Bundesligaspielen dabei sein kann. Er freue sich darauf, am Donnerstag gute Freunde wieder zu sehen und gemeinsam mit seiner Frau Marianne und seinem Sohn Geburtstag zu feiern.

Dass es beim engsten Familienkreis bleiben wird, ist unwahrscheinlich. Der Erfinder des Kempa-Tricks hat viele Freunde. In den 50er Jahren galt Bernhard Kempa als bester Handballer der Welt und hat als Spieler, Spielertrainer und Trainer unzählige Titel für Frisch Auf Göppingen geholt. Er war mit seinen gefürchteten "Kempa-Buben" allein bei neun der elf nationalen Titel von Frisch Auf dabei, außerdem bei einem der vier Europapokalsiege. Nicht zu vergessen die zwei Weltmeistertitel, die er mit der Nationalmannschaft im Feldhandball errungen hat oder das WM-Silber in der Halle.

"Für die WM-Titel gab es damals eine Uhr. Geldprämien wurden nicht gezahlt, ich war immer ein waschechter Amateur", erinnert sich der frühere Oberstudienrat. Die Liste der Auszeichnungen, die "Monsieur Handball" in seinem langen Leben erhalten hat, ist mindestens so lang wie die seiner sportlichen Erfolge. Die Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports vor vier Jahren stellte ihn in eine Reihe mit Franz Beckenbauer, Rosi Mittermaier, Josef Neckermann, Max Schmeling, Uwe Seeler und Fritz Walter. Das Forum will an Menschen erinnern, die durch ihren Erfolg im Wettkampf und durch ihren Einsatz für die Ideen des Sports Geschichte geschrieben haben.

Die lange Liste der Erfolge mit Frisch-Auf hat bei der Auswahl genau so eine Rolle gespielt wie die kaum weniger beeindruckende Tennis-Karriere des 95-Jährigen mit drei Weltmeister- und 41 Europameister-Titeln. Außergewöhnlich", fand den "Franz Beckenbauer des Handballs" auch die SWR-Sportredaktion, die ihn in der Region Saarland, Rheinland Pfalz und Baden-Württemberg zur Wahl des größten Sportlers aller Zeiten im Südwesten nominierte. "Mit dem Kempa-Trick hat sich Bernhard Kempa unsterblich gemacht", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann dem Sport-Informationsdienst (SID). Und Verbandsvize Bob Hanning würdigte Kempa als ein "Idol für Generationen. Mit seiner Raffinesse hat er den Handballsport wie nur wenige andere vor und nach ihm entwickelt". Wenn das kein Grund zu feiern ist.

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