Halle als "sorgenfreie Zone"

Vielseitige Unterhaltung für Auge und Ohr bot der Musikantenstadl in der Göppinger EWS-Arena. Die Musikkapelle Hohenstaufen überreichte schwungvoll die musikalische Visitenkarte der Stadt Göppingen.

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Auf seiner Tournee durch 23 Städte machte Andy Borgs Musikantenstadl am Mittwoch in der Göppinger EWS-Arena Station. Im Vordergrund zu sehen sind Mitglieder der Musikkapelle Hohenstaufen, die für einen schwungvollen Auftakt sorgte. Foto: Günter Hofer

"Jetzt ist wieder Stadlzeit", singt Andy Borg. Es ist 19.30 Uhr und viele Plätze im "Stadl EWS-Arena" sind noch leer, es werden wohl auch nicht mehr als etwas über 1000 Besucher. Der quirlige Entertainer Andy Borg nimmt es gelassen und lobt die gute Stimmung in der Halle und das "fantastische Publikum". Um launige Sprüche nicht verlegen, führt der Stadl-Spaßmacher kurzweilig durch den Abend, musikalisch begleitet von der Wolfgang Lindner Band, deren Chor mit zwei Soloauftritten glänzt.

Den Auftakt der "Slimline-Version des Musikantenstadls" übernahm die Musikkapelle Hohenstaufen unter Stabführung von Dietmar Schniepp. Mit dem "Bozner Bergsteiger-Marsch" ziehen die Musikanten vom Kaiserberg in den Stadl ein. "Alles handgemacht", versichert ein glänzend gelaunter Andy Borg, der zur "sorgenfreien Zone" einlud. Er sucht die Nähe zum Publikum, spurtet durch den Saal, um zum Geburtstag zu gratulieren, und kokettiert mit Selina, einer jungen Dame, die von der Mama "mitgeschleppt" wurde. Freilich hat er auch "Die Fischer von San Juan" mitgebracht. Abtauchen in die heile Welt der Volksmusik bei fetzigen Rhythmen und Herz-Schmerz-Texten - das gefällt dem Publikum.

Auch Johanna Klein aus Göppingen rutscht aufgeregt auf ihrem Sitz in Reihe eins: "Ich bin wegen Marc Pircher da, er gefällt mir so gut." Und schon steht er im Rampenlicht. Der 24-jährige Sänger, Texter und Komponist sammelt zunächst Sympathien mit "Ich schwör", dem alten, jedoch aufgehübschten Hit der Kastelruther Spatzen, und setzt schwungvoll an der Steirischen mit "Wer will heute feiern" nach. Gaby Albrecht, die Lady mit musikpädagogischer Ausbildung, die mit ihrer warmen Altstimme das Publikum bezaubert, streichelt mit einem Medley ihrer schönsten Lieder die Seelen der Konzertbesucher. Sie lässt im Duett mit Andy Borg spanisches Blut pulsieren ("Eviva Espana"), während feurige Ästhetik pur über die Bühne wirbelt: Vier Damen und zwei Herren des Deutschen Fernsehballetts tanzen in rassigen Kostümen dazu.

Urig und zünftig dagegen servieren die "Ursprung Buam" aus dem Zillertal eine flotte Polka aus Tirol. Die Brüder Martin und Andreas Brugger sowie ihr Cousin Manfred Hollwarth zeigen mit Leidenschaft, was sie musikalisch drauf haben: Jodeln, bis der Arzt kommt, getragene Weisen, und dann streicht Teufelsgeiger Martin die Saiten, bis sie glühen.

Der Musikantenstadl bietet eine bunte, gelungene Mischung aus Stimmungs- und Schunkelmusik, Tränendrüsendrückern, Wolken-wegschiebern, optischen Schmankerln, Gags, Situationskomik und einem Schuss Selbstironie. Eben noch stampfende Männerbeine in Krachledernen, gleich darauf Liebreiz im bodenlangen Dirndl. Zwei besonders anmutige Sternchen am Volksmusikhimmel trafen spontan ins Herz der Göppinger. Die Schwestern Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut verzauberten mit ihren Engelsstimmen beim "Ave Maria, wenn ich ein Glöcklein wär".

Richtig Gas gab zum Schluss nicht nur das Ballett mit Mamma Lu, Marc Pircher beichtete "Sieben Sünden", und Gaby Albrecht verriet ihre Schwäche für klassische Musik. Mucksmäuschenstill lauscht das Publikum dem Titellied des Gefangenenchors aus der Oper Nabucco.

Schade nur, dass die Akustik in der Halle wenig für derlei Veranstaltungen taugt. Standing Ovations, als die Hohenstaufener Lokalmatadoren zur sinnigen Melodie von "Feierabend" in die Halle einmarschieren. Riesen-Applaus für die Kapelle sowie Andy Borg und seine Stadl-Akteure auf der Bühne.

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