Habemus Papam auf dem Berg

Mit Markus Herzig ging es auf Zeitreise ins Jahr 1294. Im Berglokal auf dem Hohenstaufen gab der Märchenerzähler am Sonntag so manche Anekdote rund um die Papstwahl zum Besten.

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Märchenerzähler Markus Herzig gestern auf dem Hohenstaufen im Gewand von Colestin V, dem ersten Papst, der zurücktrat.  Foto: 

"Unverhofft kommt oft", begrüßt Markus Herzig das erstaunt dreinblickende Paar, das sich nach einer Wanderung auf den Hohenstaufen in der Berggaststätte "Himmel & Erde" etwas aufwärmen möchte. Denn zu ihrem Heißgetränk lieferte der bekannte Märchenerzähler am Sonntag Interessantes zum ersten Papst, der vor 721 Jahren zurücktrat. Das erste Konklave fand noch zu Lebzeiten von Kaiser Friedrich II. statt. Das Exempel hatte wohl der mächtige Senator Orsini vor Augen, als er im Jahre 1241 zehn Kardinäle in einen zerfallenen Palast mit überquellenden Latrinen zur schnelleren Entscheidungsfindung einschloss. Erst nach sechzig Tagen einigten sich die zerstrittenen Geistlichen auf den vom Tod gezeichneten Coelestin IV., der dann auch vor seiner Weihe verstarb.

Es war der fünfte Papstnachfolger, Gregor X. der die Papstwahl mit bis heute geltenden Gepflogenheiten neu regelte. "Je länger die Wahlprozedur, desto strenger sollten die Bedingungen sein". Doch dieses unmenschliche Konklave wurde bereits vom übernächsten Papst außer Kraft gelegt, weil infolge reduzierten Essens und glühender Hitze viele Kardinäle zusammenbrachen. Die nächsten sechzehn Jahre wurden fünf Päpste wieder ohne Konklave gewählt.

Schließlich dauerte es 27 Monate bis die Wahl nur aufgrund der List des Kardinals Malabranca auf Coelestin V. fiel. Der Asket, Wunderheiler und Ordensführer stürzte die Verwaltung ins Chaos. Schließlich dankt er am 13. Dezember 1294 ab. Aber der neue Papst Bonifatius war dagegen und ließ ihn bewachen. Doch Bruder Pietro gelang die Flucht, er wurde aber wieder eingefangen und verbrachte seine letzten Lebensmonate unter strengem Hausarrest im Turm des Castel Fumone, wo er am 19. Mai 1296 starb.

Bereits anno 1313 wird Coelstin V. Heilig gesprochen. Das einzige Märchen, in dem ein Papst vorkomme, seien "Die drei Sprachen", verrät Markus Herzig, bevor er seine zweite Geschichte recht ausführlich zu erzählen beginnt.

Sehr schade, dass sich überhaupt keine Kinder auf den Berg verirrten, doch die luftige Märchenstunde auf dem Bergplateau findet ja jeden dritten Sonntag im Monat statt.

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