Gymnasiasten befragen Politiker beim "Speeddating"

Erstwähler konnten am Dienstagnachmittag ausgewählte Kandidaten für die Kommunalwahl am 25. Mai ausfragen. Die Gymnasiasten "verabredeten" sich mit den Politikern zum "Speeddating" im Freihof-Gymnasium.

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Gymnasiasten fühlten Kommunalpolitikern beim "Speeddating" im Freihof-Gymnasium auf den Zahn.  Foto: 

14 Gemeinderatskandidaten, zwei von jeder Liste, stellten sich beim "Speeddating" den Fragen der etwa 50 Gymnasiasten. Zuvor gabs eine kurze Einführung in die Prozesse der Gemeinderatswahlen und wie die Jugendlichen direkt an der Kommunalpolitik mitwirken können. Wie beim normalen "Speeddating", verteilten sich die Politiker an verschiedene Tische. Die Jugendlichen konnten nun in lockerer Atmosphäre zu Dritt jeweils drei Minuten die einzelnen Kandidaten zu selbstgewählten Themen befragen - ohne dass diese ihre Parteizugehörigkeit verraten durften.

Hierbei ging es vorrangig ums Kennenlernen, denn "hier kann ich sehen, wen ich eigentlich wähle. Ich kannte vorher niemand von den Kandidaten", erklärte Fabian (16), Schüler des Hohenstaufen Gymnasiums, seine Motivation an dieser doch besonderen Art des "Speeddatings" teilzunehmen. Vorher sei er schon etwas skeptisch gegenüber dieser Veranstaltung gewesen, aber es sei sehr interessant, wirklich was über Politik zu erfahren. "Ich hatte den Eindruck, dass manche sehr gut informiert waren, andere hatten sich eher weniger gut vorbereitet", fiel das Fazit des 16-Jährigen aus.

Die Jugendlichen interessierte vor allem, was für Ziele und Vorstellungen die einzelnen Kandidaten haben und was sie mit Göppingen im einzelnen verbindet. "Was kann man bei einem Bürgerentscheid vorschlagen, ich meine, man kann ja nicht irgendwas fordern", fragte Mark (16), als er mit Michael Freche von der Piratenpartei über eine größere direkte Beteiligung der Bürger am Politikgeschehen diskutierte. "Entscheidungen sollen nachvollziehbar gemacht werden", erklärte der 45-Jährige dem Schüler sein Ziel.

Jugendliche interessiert Zukunft ihrer Schule

Ingo Hagen von der CDU musste vor allem Fragen über die Strukturen des Nahverkehrs und die lokalen Einkaufsmöglichkeiten beantworten.

Schüler des Hohenstaufen Gymnasiums erkundigten sich vor allem über die Zukunft ihrer Schule. "Die Schule soll aus Energiespar-Gründen saniert werden. Was die Fenster anbetrifft, müsste ich mich noch mal speziell informieren. Ich könnte euch dann per Mail noch mal benachrichtigen", sagte Susanne Weiß (FDP). Was alle Jugendlichen bewegte, waren Jugendprojekte wie neue Bolzplätze, W-Lan in der gesamten Göppinger Innenstadt oder eine neue Skaterampe.

"Man sieht schon, dass die Kandidaten die Veranstaltung sehr ernst nehmen. Wir haben die Fragekarten, die eigentlich nur für die Jugendlichen zur Gesprächsunterstützung mit den Politikern vorgesehen waren, auch den Kandidaten vorab geschickt, damit sie sich besser vorbereiten konnten", erklärte Rebecca Zabel die Organisation für die Veranstaltung. Die Jugendkoordinatorin der Stadt Göppingen findet, in so einem Rahmen sei die Hemmschwelle viel niedriger und die Mädchen und Jungen könnten sehen, dass auch die Kandidaten Menschen seien.

Dagnija Brühl, stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, ergänzte, dass "Kommunalwahlen eben zum größten Teil auch Persönlichkeitswahlen sind. Je größer also eine Gemeinde oder eine Stadt ist, desto unpersönlicher ist eigentlich auch die Wahl." Aus diesem Grund habe der Kreisjugendring zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung das "Speeddating" organisiert.

In Göppingen erhalten etwa 1000 Erstwähler ihre Unterlagen für die Wahlen am 25. Mai. Rebecca Zabel ist sich sicher: "Die Jugendlichen gehen jetzt auf jeden Fall wählen."

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