Güterhalle vor dem Abriss

Das Göppinger Bahnhofsviertel verändert sein Gesicht: Anfang Mai wird die alte Güterhalle abgerissen. Danach baut die Stadt dort einen neuen Kanal. Wie das Grundstück später genutzt werden soll, ist unklar.

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Die frühere Güterhalle westlich des Göppinger Bahnhofs wird im Mai abgerissen. Unter dem Gelände wird zunächst ein Kanal gebaut. Das denkmalgeschützte Gebäude Bahnhofstraße 6 (vorne) möchte die Stadt erwerben. Foto: Giacinto Carlucci

Anfang Mai rücken westlich des Göppinger Bahnhofs die Abrissbagger an: Die seit Jahren leer stehende frühere Güterabfertigungshalle wird abgebrochen. Darauf hat sich die Stadt mit dem Unternehmen Aurelis, einer Tochter der Bahn AG, verständigt. Aurelis ist Eigentümerin der Güterhalle, stimmt dem Abriss jedoch zu. Die Kosten - nach Angaben der Stadt rund 200 000 Euro - übernimmt zunächst die Göppinger Stadtentwässerung (SEG), die unter dem Grundstück einen neuen wichtigen Kanal bauen will. In spätestens zwei Jahren wird Aurelis der Kommune die entstandenen Abbruchkosten zurückerstatten. Dazu hat sich die Bahntochter verpflichtet.

Die Stadt kann den Gang der Dinge am Bahnhof auf diese Weise beschleunigen. Denn unter einer freien Fläche kann ein neuer Kanal besser und günstiger gebaut werden als unter einem bebauten Gelände. Der neue Hauptsammler wird vom Bereich Jebenhäuser Brücke bis zum Neubau der Kreissparkasse reichen. Das Vorhaben soll zum einen dazu dienen, die Fils noch stärker als bisher von Abwassereinleitungen zu entlasten. Zum anderen soll der Kanal ein Pilotprojekt der Kreissparkasse möglich machen: Aus dem Abwasser, das durch den neuen Hauptsammler fließt, soll Wärme gewonnen werden, das im Winter bei der Kreissparkasse für warme Fußböden sorgt. Umgekehrt kann der KSK-Bau dank der besonderen Technologie im Sommer gekühlt werden.

Der Abriss der Güterhallen bis zum Zollamt, das vorerst erhalten bleibt, und der Kanalbau sind jedoch erst der Auftakt für massive Veränderungen am Bahnhof. Fester Bestandteil, betont der Göppinger Tiefbauamtsleiter Helmut Renftle, seien die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes und der Bau einer Tiefgarage.

Für das frei werdende Gelände des Güterbahnhofs gibt es dagegen noch keine konkreten Pläne. Im Rathaus war bereits von einer Museumsmeile die Rede, diese Überlegungen wurden aber wieder verworfen. Auch über die Ansiedlung eines Fachmarkts war diskutiert worden. Doch noch ist alles offen. Nur so viel ist klar: Auf dem Gelände der Güterabfertigungshalle soll erst einmal ein Schotterparkplatz entstehen. Die Stellplätze sind als Ersatz für jene gedacht, die an anderer Stelle im Bereich des Bahnhofs durch Bauarbeiten wegfallen.

Langfristig soll auch das Zollamt, das im Westen an die Güterhallen angrenzt, einen neuen Standort erhalten. Stadt und Zollbehörde sind sich einig, dass der neue Platz wegen des Lkw-Verkehrs nicht mehr in der Innenstadt liegen sollte.

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