Grünen-Chef Cem Özdemir in Göppingen

Zwischen Wahlkampf und Besuch bei Freunden: Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, machte am Freitag Station in Göppingen.

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Der Wirt Seyhmus Saruhanoglu zeigt Cem Özdemir, Dennis De und Ismail Mutlu (v.r.), was sie auf dem Büffet so alles finden. Foto: Giacinto Carlucci

"Einer muss voran gehen", sagt Cem Özdemir. In diesem Fall meint er den Weg zum Büffet. Bei seiner Visite in Göppingen ließ sich der Bundesvorsitzende der Grünen am Freitag das Essen im türkischen Restaurant "Seyhmus" in der Lange Straße schmecken. Der Satz könnte aber auch sein Programm sein. Der Besuch in Göppingen bestand nicht nur aus Standardpunkten. Der Schwabe mit türkischen Wurzeln traf neben dem Bundestagskandidaten der Grünen im Wahlkreis, Professor Dennis De, sowie den Kreis- und Landtagspolitikern der Grünen auch mit Vertretern der türkischen Vereine im Landkreis zusammen. So fachsimpelte der Vegetarier in seiner zweiten Muttersprache Türkisch über die Soße zu seinen Gemüse-Bratlingen.

Er informierte sich aber auch, was die aktuellen politischen Themen sind. Dabei betonte er, dass die Grünen beim Werben für ihre Sache keinen Unterschied zwischen den Nationalitäten machen. "Den Grünen ist es nicht so wichtig, wo jemand her kommt, sondern wo er hin will", sagt Özdemir. "Natürlich freuen sich die türkischen Landsleute immer, wenn einer kommt, der auch ihre Sprache spricht." Auch Dennis De habe die Stärke, dass er ein Leben mit unterschiedlichen Hintergründen habe. Wichtig sei ihm deshalb auch die Begegnung mit dem hiesigen Bundestagskandidaten.

Ist also schon Wahlkampf? Na ja, sagt Özdemir, sein Abstecher nach Göppingen habe natürlich auch etwas mit der bevorstehenden Bundestagswahl zu tun. In den kommenden Monaten werde er, der Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg und Favorit in seinem Wahlkreis Stuttgart, zwangsläufig mehr im Ländle als in Berlin sein. Nicht ausgeschlossen, dass er dann auch noch einmal den Weg nach Göppingen findet, um Dennis De zu unterstützen. In den Landkreis Göppingen hat der grüne Spitzenpolitiker auch noch persönliche Verbindungen: Der Geislinger Stadtrat Ismail Mutlu ist Patenonkel eines seiner beiden Kinder.

Schon am Donnerstag hatte Özdemir das Schwabenland gegen Berlin getauscht. Er übernachtete in seiner Heimatstadt Bad Urach, dann besuchte der gelernte Erzieher und Sozialpädagoge auch Schulen in Reutlingen und Stuttgart. "Die jungen Leute müssen wir erreichen und für die Demokratie begeistern."

In Göppingen nahm er dann auch den Kontakt mit dem schwäbischen Unternehmergeist in Angriff. Die Holzheimer Entsorgungsfirma ETG war am späten Nachmittag Station der grünen Delegation. Dort ließ sich Özdemir ein modernes Entsorgungsunternehmen zeigen und diskutierte mit den Geschäftsführern der unter der Dachmarke "DU" zusammengefassten Unternehmen die aktuellen Probleme des schwäbischen Mittelstands.

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