Gründer der Firma Schuler wurde vor 200 Jahren geboren

Vor genau 200 Jahren wurde Louis Schuler, Sohn des Göppinger Rotgerbers Andreas Schuler, geboren. Unter dem Namen Louis Schuler der Ältere ist er heute als Gründer der Firma Schuler weit bekannt.

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  • Im Jahre 1914 entstand das Verwaltungsgebäude von Schuler im neo-klassizistischen Baustil, das noch heute Herz der Firma ist. Bereits 1863 war das Unternehmen von der Sauerbrunnenstraße in das Fabrikgebäude in der Göppinger Bahnhofstraße gezogen. 1/2
    Im Jahre 1914 entstand das Verwaltungsgebäude von Schuler im neo-klassizistischen Baustil, das noch heute Herz der Firma ist. Bereits 1863 war das Unternehmen von der Sauerbrunnenstraße in das Fabrikgebäude in der Göppinger Bahnhofstraße gezogen. Foto: 
  • Firmengründer Louis Schuler. 2/2
    Firmengründer Louis Schuler.
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Am 10. März 1814 kam Georg Ludwig Schuler als zweiter Sohn des Andreas Schuler in Göppingen zur Welt. Es war das Jahr des Wiener Kongresses und Napoleons Verbannung nach Elba. In England fuhr die erste Bergwerksdampflok von George Stephenson, während Deutschland von der Industriellen Revolution noch ein gutes Stück entfernt war. Schon früh entpuppte sich Georg Ludwig, genannt Louis - nach damaliger Mode wurden Namen gerne französisiert - als sehr aufgeweckt und wissbegierig. Nach dem Schulabschluss gab der Vater den Burschen einem Schlosser in Kirchheim/Teck in die Lehre. Dort lernte er fleißig und fand schnell Gefallen an der Metallbearbeitung. Anschließend begab er sich auf die damals noch übliche Wanderschaft, die ihn unter anderem nach Wien, Krakau und Berlin führte. Nach etlichen Wanderjahren kehrte er 1839 nach Göppingen zurück.

Sein Vater kaufte ihm im Sommer desselben Jahres in der Sauerbrunnenstraße ein Haus, das zuvor dem Schlossermeister Werner gehört hatte. Louis Schuler, gerade 25 Jahre alt, gründete dort eine Bau- und Kunstschlosserei und begann mit nur einem Lehrling in einem der Erdgeschossräume zu arbeiten. Dank reicher Auftragslage konnte er bald einige Mitarbeiter einstellen, erste Rückschläge brachte das Revolutionsjahr 1848. Während in der Frankfurter Paulskirche über das Schicksal des Deutschen Bundes entschieden wurde, brachten die gleichzeitig stattfindenden Revolutionen sämtliche Bautätigkeiten zum Erliegen. Schulers Hauptabsatzgebiet lag brach. Doch er nutzte die Gunst der Stunde und stellte zunächst Musketen her. In den 1850er Jahren begann er, für die Göppinger Blechwarenfabrik Rau am Mühlbach Werkzeuge und Schnitte zu liefern. Unter diesem Arbeitsgebiet sollte das Unternehmen später seinen weltweiten Ruf erlangen.

Als Ferdinand von Steinbeis von der Königlichen Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart 1851 auf der Weltausstellung in London einige Blechbearbeitungsmaschinen erworben hatte, bekam Louis Schuler die Möglichkeit, sich diese anzuschauen. Er erkannte rasch das Potenzial der Maschinen und begann sofort, in dieses Arbeitsgebiet einzusteigen, indem er Wellen für Kreisscheren und Rundmaschinenwalzen herstellte.

Sein Betrieb beschäftigte mittlerweile neun Arbeiter. Um seine Vielseitigkeit zu erhalten, fertigte er auch Obstmühlen, Mostpressen und Feuerspritzen. Als die Firma 1863 in die Bahnhofstraße umzog, hatte Sohn Louis der Jüngere mittlerweile den Großteil der Firmenführung übernommen und begann eine groß angelegte Neugestaltung des Betriebs, bei der er sich hauptsächlich auf Blechbearbeitungs- und Werkzeugmaschinen konzentrierte. 70-jährig schied der Gründer 1884 aus seinem Unternehmen aus und hinterließ eine Fabrik mit 160 Mitarbeitern. 1890 schließlich starb er.

Die Firmengeschichte
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