Großer Bahnhof für Sammlerstücke

Großer Bahnhof für Märklin-Sammlerstücke: Morgen steigt eine Modellbahn- und Blechspielzeug-Auktion in der Stadthalle. 440 Einzelstücke und Konvolute sind zu haben, Star ist ein Millenniums-Krokodil.

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    Glanzstücke einer Märklin-Auktion: Das Platin-Krokodil, ein Rennauto der Märklin-Autobahn und ein Zwiebelturm-Bahnhof aus der Kaiserzeit. Fotos: Gaugele
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Rare Stücke aus der Märklin-Historie, aber auch Produkte querbeet suchen am Samstag neue Besitzer. Der Zuschlag kann vier- und fünfstellige Summen kosten. Aber die Spanne reicht auch bis zum kleinen Geldbeutel. "Von vier Euro für Kühlwagen in H0 bis zu 70 000 Euro für das legendäre Platinkrokodil aus dem Jahr 2000 reicht die Preistaxierung", sagt Auktionator Roland Gaugele, früher Leiter des Märklin-Museums und Pressesprecher der Firma. Für Gaugele ist es die dritte Auktion, er macht das seit einem Jahr. Nach zwei Gastspielen in Tübingen präsentiert er jetzt Schätze in der Märklin-Stadt. Was ihm gleich recht ist. "Die Sammelbewegung ist ja von hier ausgegangen."

Unschlagbares Zugpferd ist ein Krokodil mit Platin-Gehäuse, das zur Jahrtausendwende in kleiner Auflage produziert wurde. Es gibt nur ein paar Dutzend in dieser Edel-Ausführung, sagt Gaugele. Die 23 Zentimeter lange Platin-Lok kostete seinerzeit ein Vermögen - 70 000 Mark - und wurde nur auf Bestellung gefertigt. "Wer sie haben wollte, musste 20 000 Mark anzahlen", erzählt Gaugele. Der Käufer konnte sie dann wie ein Auto in Empfang nehmen: er bekam ein tolles Essen und eine Museumsführung, das gute Stück wurde vorgeführt. Es hatte ja auch die Preisklasse eines Premium-Autos.

Heute zeigt sich: Das Luxusstück war offenbar eine gute Geldanlage. "Der Platinpreis hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht", berichtet Gaugele. 475 Gramm schwer und aus purem Platin 950 ist das Gehäuse, die Rangierlichter sind Rubine. Für 70 000 Euro würde sich der jetzige Besitzer von dem guten Stück trennen. Man darf gespannt sein, was geboten wird.

Ein weiteres Glanzstück der Auktion ist eine Märklin-Autobahn aus den 30er-Jahren, mit der einst Unternehmersohn Georg von Opel gespielt hat. Die Anlage ist raumfüllend, sagt Gaugele, und laufe nach Angaben des Einlieferers noch. Zwei Rennautos sausen auf stromführendem Mittelsteg durch Berg und Tal. Das i-Tüpfelchen: Die Anlage steckt noch im Originalkarton.

Zu erwerben ist auch ein Schienenzeppelin der alten Spur 1. Das Original hat seinerzeit mit bloßer Luftschraube den Schienenweltrekord auf 230 km/h hochgeschraubt und ihn 23 Jahre gehalten. Ein rares Stück ist auch ein durchsichtiger ICE Experimental von 1985, den Märklin zu einer "Wetten, daß"-Sendung in kleinster Auflage produziert hat. Er hat digitale Technik.

Wer vor zehn Jahren keinen Märklin-Wagen zur Einführung des Euros ergatterte - die 2000 Stück waren in kürzester Zeit vergriffen - hat jetzt Gelegenheit zu einem Gebot.

Feilgeboten wird auch ein "Zwiebelturm-Bahnhof" aus der Kaiserzeit - ein Modell der Spur 0, der kein Vorbild hat. "Es ist ein Fantasiebahnhof", sagt Gaugele, der die Kinder damals begeisterte. Ein Modell des Stuttgarter Bahnhofs gibt es auch. Es stammt von 1935 und zeigt den Turmteil ohne die ausladenden Flügel. Auf Liebhaber von Dampfmaschinen wartet ein Exemplar der Serie aus den 20er- und 30er-Jahren. Es hat noch alles Zubehör wie Schürhaken, Öler, Kanne.

Nicht alle Exponate stammen von Märklin. Auch Trix, Faller, und Bing sind vertreten.

Info Die Exponate der Auktion sind heute von 16 bis 18 Uhr und morgen ab 9.30 Uhr in der Stadthalle zu besichtigen. Um 11 Uhr beginnt die Auktion im Märklin-Saal.

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