Große Pläne für Schlossplatz

Der Göppinger Gemeinderat hat die Ziele und Zwecke für die Sanierung des Schlossplatzes festgelegt. Nach kontroversen Debatte wurde das Konzept - etwas überraschend - einstimmig beschlossen.

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Der Göppinger Schlossplatz soll saniert und belebt werden - die parkenden Autos müssen weichen. Foto: Staufenpress

Die Autos sollen weichen, die alten Bäume durch neue ersetzt werden. Vorgesehen ist zudem ein Café mit Plätzen im Freien. Die wichtigste Botschaft für die geplante Sanierung des Schlossplatzes lautet jedoch: Es soll ein Gestaltungsprinzip erkennbar sein - verbunden mit dem Ziel, historische Gebäude in der direkten Umgebung zu erhalten. Ist dies aus bestimmten Gründen nicht möglich, sollen die Chancen genutzt werden, "Nutzungsmängel und baustrukturelle Defizite der Altstadt mit der Neubebauung zu verbessern".

So stand es in der Beschlussvorlage des Gemeinderats. Frei übersetzt bedeutet das: Keine Kraut-und-Rüben-Architektur, Rückbesinnung auf den klassizistischen Stadtgrundriss, Würdigung der Baudenkmäler. Der Streit im Gemeinderat entzündete sich an der Frage, wie viele Vorgaben für Bauherren und Investoren notwendig sind, wie streng diese sein müssen und ob die Stadt tatsächlich eine Gestaltungssatzung benötigt. Die CDU hat da Zweifel, sie steht aber zur Sanierung des Schlossplatzes. "Wir haben den Prozess schließlich vor Jahren angestoßen", meinte Achim Fehrenbacher. Um besagte Satzung, die derzeit von der Verwaltung erarbeitet wird, ging es in der Sitzung auch nicht. Stadtplanerin Eva Noller versicherte: "Es geht hier nur um diesen einen Block und nicht etwa um eine Stadtbildsatzung durch die Hintertür." Über die Satzung werde der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlich beraten können. OB Guido Till erinnerte an das Ziel, "das Stadtbild zu erhalten und dessen Charme nicht zu neutralisieren". Baudezernent Olav Brinker betonte: "Wir brauchen eine Grundlage, auf der wir die Leute an die Hand nehmen können."

SPD-Fraktionschef Armin Roos nannte den Schlossplatz "ein potenzielles Kleinod" und bat die Verwaltung, weiter auf den Dialog mit den Bürgern zu setzen. Horst Wohlfart (FDP/FW) warf die Frage in die Debatte, wohin genau die bisher auf dem Schlossplatz parkenden Autos verbannt werden sollen. Wolfgang Berge (Freie Wähler) widersprach der Absicht der Verwaltung, entstehende Baulücken wieder zu schließen. Berge forderte mehr "Mut zur Lücke" und sagte: "Baulücken können auch Stadtoasen sein." Christoph Weber (Grüne) warnte vor dem Verlust der Geschichte. Die Stadt habe ein Recht und auch die Pflicht, "selbstbewusst ihr Gesicht zu zeigen und einzufordern, was in ihrem Interesse ist".

Am Ende wurden die Sanierungsziele für den Schlossplatz einstimmig beschlossen. Wann mit dem Umbau des Platzes begonnen wird, steht allerdings noch nicht fest.

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