Gräuel der Gestapo in Württemberg

Die schrecklichen Verbrechen und der Terror der Gestapo in Württemberg und Hohenzollern waren jetzt Thema im Haus der Jugend.

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Autoren einer regionalen Recherche rund um die Stuttgarter Gestapo-Zentrale referierten jetzt in Göppingen über die Ergebnisse. "Es gab keine Organisation innerhalb des Machtapparates des Dritten Reiches, die so nachhaltig Furcht und Schrecken unter der Bevölkerung verbreitete", schreibt Kurt Schrimm, der seit 2000 als Leitender Oberstaatsanwalt die zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg leitet, in seinem Geleitwort zum Sammelband "Gestapo in Württemberg".

Drei der Autoren waren ins Haus der Jugend gekommen, um auf Einladung des Antifa-Cafés und der Stolpersteininitiative Göppingen über Strukturen, Beispiele aus der Region und schreckliche Details zu berichten. Anlass zu ihrem Buch sei der geplante Abriss der ehemaligen Zentrale der politischen Polizei und der Gestapo in Stuttgart im ehemaligen "Hotel Silber" gewesen.

Sigrid Brüggemann, Roland Maier und Jens Kolata nehmen für sich in Anspruch, die "erste umfassende Darstellung" für die Region erstellt zu haben, nachdem sie umfangreiche Quellen gesichtet hätten. Und es konnte einem übel werden, wenn man hörte, mit welchen furchtbaren Mitteln auch im unmittelbaren Umkreis - Orte wie Donzdorf, Uhingen, Sulpach, Kirchheim unter Teck wurden genannt - die Gestapo Menschen durch Folter, Misshandlungen, Erhängen und Erschießen quälte, um die Diktatur zu errichten und aufrecht zu erhalten.

Ab 1933 hatten schon Massenverhaftungen begonnen, und die Autoren beleuchteten die Zeit bis zum Kriegsende und danach in einem Kapitel mit dem Titel "Ich fühle mich nicht schuldig". Die Gestapo hatte zusammen mit der SS den Auftrag, politische Gegner zu bespitzeln und "unschädlich" zu machen; sie überwachte Betriebe und Zwangsarbeiter und verfolgte in Auslandseinsätzen zum Beispiel Juden in Frankreich, in Polen und in der Sowjetunion und tötete sie. Ein umfassendes System der Bespitzelung führte in der Bevölkerung zu Unsicherheit und Angst, denn man konnte jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne zeitliche Begrenzung in sogenannte Schutzhaft genommen werden. Für jede Denunziation erhielt beispielsweise im "Fall Oskar" der Denunziant 25 Reichsmark für seinen Bericht. Man wusste damals also nicht mehr, wem man trauen konnte und wem nicht. Die geringste kritische Äußerung über das Regime auch innerhalb der Familie konnte zu unverhältnismäßigen Strafen bis hin zum Tod führen. Und Hinrichtungen wurden durch die Gestapo durch mobile Galgen jeweils am Ort vorgenommen.

Die Referenten zeigten die Strukturen des Apparats der Gestapo auf und brachten Beispiele von Einzelschicksalen und Zahlenmaterial, die sich auf die Verfolgung von Juden, Roma, evangelischen und katholischen Geistlichen, Homosexuellen, "Asozialen", psychisch Kranken, Mitstreitern der "Weißen Rose" und politisch Linken bezogen. Sie beleuchteten auch die darunter liegende Nazi-Ideologie und die Zuarbeit von seiten der Behörden wie Polizeisparten, Bürgermeistern, Landräten sowie Finanz- und Arbeitsämtern.

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