Golfpark bekommt eine Zukunft

Im südlichen Stauferpark sollen 3,3 Hektar neue Wohnflächen entstehen. Der Golfpark hat aber trotzdem eine Zukunft. Im Gemeinderat stellte die Stadtverwaltung erste Pläne vor, wie das funktionieren soll.

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Golfclub-Präsident Ingo Hagen ist mit der Lösung zufrieden. Foto: Archiv

SPD-Fraktionschef Armin Roos sprach von einer "kreativen Lösung". Wolfgang Berge (Freie Wähler/VUB) befand: "Sie haben gut eingelocht, Herr Till." Sein Fraktionskollege Joachim Hülscher sah gar "einen Sieg der Vernunft". Und CDU-Fraktionschef Felix Gerber freute sich über einen "gelungenen Konsens". So harmonisch geht es im Göppinger Gemeinderat selten zu. Doch es ist viel geschehen seit Dezember. Damals hätte es um ein Haar eine Kampfabstimmung über die Zukunft des Golfparks gegeben. Die CDU hatte eine vorzeitige Vertragsverlängerung für die beliebte Freizeitanlage im Stauferpark beantragt. Sturm kam auf, die anderen Fraktionen warnten vor einem Schnellschuss. Der Weihnachtsfriede schien gefährdet. Doch dann verständigten sich die Bürgervertreter auf Drängen von Oberbürgermeister Guido Till darauf, der Verwaltung noch etwas Zeit zu geben, um die Lage im Stauferpark genau unter die Lupe zu nehmen und Lösungen zu erarbeiten.

Diese Zeit wurde genutzt, wie sich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag zeigte. OB Till, Stadtplanerin Eva Noller und Helmut Renftle, im Rathaus für den Fachbereich Umwelt, Tiefbau und Verkehr verantwortlich, stellten verschiedene Pläne vor, die es erlauben, im südlichen Stauferpark - wohldosiert - neue Wohnflächen zu schaffen, ohne dass die dauerhafte Existenz des öffentlichen Golfparks gefährdet wird. Denn da liegt die Crux: Um die hohen Investitionen der Stadt in die Umwandlung des früheren Militärgeländes in einen neuen Stadtteil refinanzieren zu können, muss die Stadt Grundstücke verkaufen - und im Rathaus sieht man auch durchaus noch einen Bedarf für neuen Wohnraum.

Die Stadtverwaltung hat einen erfahrenen Golfplatzarchitekten aus München mit einem Gutachten beauftragt. Und siehe da: Die Anlage im Stauferpark kann durch eine Verlegung einzelner Bahnen erhalten, die Wege auf dem Platz sogar etwas verkürzt werden, was den Golfpark "kompakter" mache, wie Renftle - selbst ein begeisterter Golfer - im Gemeinderat betonte. Die bisherige Betonfläche (ehemalige Landebahn der Amerikaner) soll ebenfalls in grün umgewandelt werden. Außerdem soll der bisherige Fahrweg zum Galgenberg in den Golfpark als öffentlicher Fußweg integriert werden. Das bedeutet: Der Golfplatz soll etwas nach Westen ausgedehnt werden. Busse werden auf dem schmalen Weg ab 2013 ohnehin keine mehr fahren, kündigte Renftle an. Denn mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember ist von der OVG geplant, den Galgenberg und den Stauferpark jeweils direkt an die Innenstadt anzubinden.

Welche Variante einer neuen Wohnbebauung umgesetzt wird, muss der Gemeinderat entscheiden. Doch soweit ist es noch nicht. Denn auch der unter Naturschutz stehende Steinschmätzer könnte mal wieder ein Wörtchen mitreden. Zunächst muss im Sommer noch einmal geprüft werden, ob der Vogel noch im Stauferpark wohnt.

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