Göppinger Vesperkirche erzielt Rekord

Die Vesperkirche in Göppingen ist mit einem Rekord zu Ende gegangen. Die ehrenamtlichen Helfer gaben rund 9000 Mahlzeiten in den vergangenen sechs Wochen aus. Fast jedes Jahr kommen mehr Gäste.

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Proppenvoll war es gestern noch mal in der Stadtkirche. Als Hauptspeise gab es Putenrollbraten mit Semmelklößen sowie Rotkohl. Foto:  Foto: 

Nahrung für Leib und Seele verspricht die Vesperkirche in Göppingen. Dieses Angebot haben in den vergangenen sechs Wochen rund 1000 Menschen mehr angenommen als im vergangenen Jahr. "Wir haben insgesamt rund 9000 Essen ausgegeben", sagt Wolfgang Baumung vom Haus Linde. Die Einrichtung für Wohnungslose steht mit der evangelischen Stadtkirchengemeinde Oberhofen sowie dem Pflegeheim Wilhelmshilfe hinter der Göppinger Vesperkirche.

Das soziale Projekt bietet armen Menschen eine billige und zugleich gute Mahlzeit. Suppe, Hauptspeise und Nachtisch kosten zusammen 1,50 Euro. Wer noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen will, muss noch einmal 50 Cent ausgeben. Die Speisekarte enthält Klassiker und Feines. Unter der Woche gibt es Schnitzel mit Pommes, Linsen und Spätzle oder Chili con Carne. Freitags servierten die ehrenamtlichen Helfer Speisen wie Fisch oder Maultaschen. Sonntags kommt meist ein Braten auf den Tisch. "Das Essen schmeckt den Leuten sehr gut", berichtet Baumung. Die Zentralküche der Wilhelmshilfe in Bartenbach bereitet die Gerichte zu.

Doch nicht nur leckeres Essen zu einem niedrigen Preis führt die Menschen in die Vesperkirche. "Wir haben viele alte Menschen, die einsam sind", sagt Wolfgang Baumung. Manche verabreden sich zum Essen in der Kirche. Andere wollen einfach unter Menschen sein. "Es gibt aber auch Leute, die nicht reden wollen", sagt Baumung.

Stille kehrt in der Vesperkirche auch im größten Trubel ein. Das Geklapper von Geschirr, Besteck und die Gespräche unterbricht jeden Tag um 12 Uhr eine kleine Glocke. Nach dem Signal spricht ein Geistlicher für wenige Minuten. "Die Leute sind interessiert an dem geistlichen Impuls", hat der Leiter des Hauses Linde beobachtet.

Weiterhelfen soll nicht nur die Seelennahrung der Geistlichen. Eine mögliche Linderung körperlicher Gebrechen bietet einmal wöchentlich ein Arzt an. Der Mediziner untersucht die Menschen kostenlos in einem mobilen Behandlungszimmer. Zu seinem Repertoire gehören Akkupunktur sowie die Diagnose mit Ultraschall und Elektrokardiogramm (EKG).

Die Vesperkirche ist auf Spenden angewiesen, denn zwei Euro für eine Mahlzeit decken die Kosten bei weitem nicht. Der tatsächliche Preis pro Mahlzeit sowie Kaffee und Kuchen liegt bei fünf Euro. "Wir regen an der Kasse an, dass die Leute mehr bezahlen, die es sich erlauben können", sagt Baumung.

Ein Großteil der täglichen Gäste sind jedoch Menschen mit wenig Geld. Den Erhebungen von Wolfgang Baumung zufolge sind rund drei Viertel der Besucher Bedürftige. Etwa 20 Prozent bezahlten fünf Euro, und die restlichen fünf Prozent mehr als diese Summe. Pro Tag gab die Vesperkirche in Göppingen rund 200 Essen aus.

Das Projekt am Leben hält eine große Schar Freiwilliger. Etwa 60 unbezahlte Helfer servieren das Essen, räumen Geschirr ab, spülen und brühen frischen Kaffee. In Stoßzeiten ist das stressige Arbeit. "Es ist ein tolles Team", lobt Baumung. Nur die Abläufe will er im kommenden Jahr besser planen.

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