Göppinger Lokalpolitiker beraten über Standort für Krematorium

Fünf mögliche Standorte für ein neues Göppinger Krematorium werden den Stadträten präsentiert. Favorit ist ein Platz beim muslimischen Gräberfeld.

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Die Satellitenaufnahme zeigt die fünf möglichen Standorte für ein neues Krematorium am Göppinger Hauptfriedhof. Die Varianten an der Hohenstaufenstraße nahe dem Haupteingang (Nummer 1) und am Nordrand des Friedhofs (Nummer 2) gelten wegen der Nähe zur Wohnbebauung als problematisch. Favorit der Gutachter ist Standort Nummer 5 am Ostrand des Friedhofs auf dem bisherigen Häckselplatz.  Foto: 

Knapp ein Jahr ist es her, dass das Krematorium am Göppinger Hauptfriedhof aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. Es war zu Verpuffungen gekommen. Ein Tüv-Gutachten bescheinigte wenig später die schwerwiegenden Mängel der Anlage, die vor mehr als 100 Jahren gegründet und in den vergangenen Jahrzehnten nur sporadisch erneuert worden war. Im August schloss ein Gutachten auch einen Interimsbetrieb aus.

Seither arbeitet die Stadtverwaltung an möglichen Neubauplänen. Zunächst fasste man im Rathaus einen Platz in unmittelbarer Nähe zur heutigen Aussegnungshalle auf einer Grünfläche beim Parkplatz ins Auge. Mittlerweile jedoch haben die Experten die möglichen Standorte bewertet. Die Ergebnisse werden morgen den Lokalpolitikern vorgestellt, in der kommenden Woche soll das Plenum den Grundsatzbeschluss für den Neubau fassen.

Die Experten des Planungsbüros "Awiplan" schlagen als Bauplatz ein Grundstück auf der östlichen Seite auf der Erweiterungsfläche des Friedhofs vor (In der Grafik Nummer 5). Er liegt neben dem muslimischen Gräberfeld und am Westrand des Häckselplatzes. Dieser Standort habe den großen Vorteil, dass er mit mehr als 230 Metern weit genug von den Wohnhäusern entfernt liegt, ein Anfahrtsweg für die Bestatterfahrzeuge aber bereits teilweise vorhanden ist.

Durch die zusätzliche Anbindung an den bestehenden Haupterschließungsweg des Friedhofs bliebe das Krematorium Bestandteil der Anlage. Genauso wäre eine Zufahrt von der Rossbachstraße möglich. Auch für Medienversorgung und die Abwärmenutzung wären Lösungen denkbar, so die Gutachter. Wenn die umgebende Vegetation erhalten bliebe, sei der Standort außerem von den Wohngebieten am Galgenberg und in der Roßbachstraße kaum einsehbar.

Ein Neubau in der Nähe der heutigen Aussegnungshalle und der Parkplätze (Nummer 1) hätte dem gegenüber zwar den Vorteil, dass die vorhandenen Friedhofseinrichtungen weiterhin angrenzen. Nachteil wäre jedoch, dass er nahe an den bestehenden Häusern und einem geplanten Neubaugebiet läge. "Überzeugungsarbeit bei den Anwohnern ist erforderlich" heißt es in der Expertise von "Awiplan". Die Kaminanlage würde optisch stören, das denkmalgeschützte Gebäudeensemble der Aussegnungshalle und der Haupteingang würden beeinträchtigt. Auch der ebenfalls untersuchte Bauplatz am nördlichen Rand des Friedhofs (Nummer 2) gilt als problematisch, denn dort läge das Krematorium im Blickfeld der Bewohner im "Panorama-Hochhaus".

Je nach der Art des Ofens, der im neuen Krematorium zum Einsatz kommen wird, schätzen die Gutachter die Kosten übrigens auf 2,3 bis 3,4 Millionen Euro. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung geht von 1000 Einäscherungen pro Jahr aus. Weil seit der Stilllegung jedoch die Bestatter auf andere Standorte ausgewichen sind, werde es wohl Jahre dauern, bis diese Zahl wieder erreicht wird, meint die Verwaltung.

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