Göppinger Krematorium bleibt ein Dauerthema

Obwohl die Fraktionen Druck machen, lässt der Bau eines neuen Krematoriums in Göppingen auf sich warten. Die Stadt bereitet immer noch die Ausschreibung vor.

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Viereinhalb Jahre ist es her, dass die Einäscherungsanlage auf dem Göppinger Hauptfriedhof nach einer Verpuffung geschlossen wurde. Fast genau so lang dauert das Tauziehen um einen Neubau. Die Mehrheit der Gemeinderäte will diese Einrichtung im Interesse der Bevölkerung unbedingt weiterhin in Göppingen haben. Den Bürgervertretern ist es ein Dorn im Auge, dass Leichname in andere Städte gefahren werden müssen. Doch der Bau und Betrieb in Eigenregie der Stadt stieß auf rechtliche Bedenken. Im Januar fiel der Beschluss, einen privaten Betreiber zu suchen.

Wann mit dem Neubau begonnen werden kann, steht aber weiter in den Sternen. Und das, obwohl mehrere Fraktionen immer wieder Druck machen. Mehrmals hatten Lokalpolitiker der Verwaltung schon Verzögerungstaktik vorgeworfen. Die Stadt hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Zuletzt haben die Freien Wähler Göppingen (FWG) in einem Schreiben an den Oberbürgermeister Guido Till daran erinnert,  dass „die Bevölkerung Klarheit wünscht, wie es mit dem Krematorium weiter geht“. Die Fraktion schrieb dem OB: „Wir möchten Sie freundlichst bitten, Ihre Zusage vom März dieses Jahres zu verwirklichen. Es ist aus unserer Sicht höchste Zeit, eine Entscheidung herbeizuführen.“

Die Ausschreibung war für das  Frühjahr angekündigt worden. Doch die Gemeinderäte haben noch nicht einmal die Kriterien beschlossen. Die Stadt setzt auf externe Berater. Zum Stand der Dinge ließ die Stadtverwaltung durch Pressesprecher Olaf Hinrichsen verlauten: „Entsprechend der Beauftragung durch den Gemeinderat, die Ausschreibung zur Suche eines privaten Krematorium-Investors nach den Empfehlungen des Regierungspräsidiums vorzubereiten, hat die Stadtverwaltung Angebote von sachkundigen Büros eingeholt und ein Büro beauftragt, die Ausschreibungskriterien für einen privaten Bauherrn und Betreiber eines Krematoriums auszuarbeiten.“ Auch Anwälte mischen mit. „Für die vergaberechtliche Begleitung dieses sensiblen Verfahrens haben wir eine fachkundige Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet“, so die Stadtverwaltung.

Spätestens in fünf Wochen werde sich der Gemeinderat wieder mit dem Thema beschäftigen, kündigte Hinrichsen an. „Ein erster Entwurf eines Kriterienkatalogs wird derzeit verwaltungsintern geprüft; das Ergebnis soll dem Gemeinderat in einer Vorlage vor der Sommerpause präsentiert werden. Wird der Kriterienkatalog vom Gemeinderat beschlossen, kann unmittelbar danach das eigentliche Ausschreibungsverfahren in die Wege geleitet werden.“

Bauplatz für den Neubau soll ein im Osten an den Friedhof angrenzendes Grundstück sein. Das Regierungspräsidium hat vorgeschlagen, das Grundstück an den Privatinvestor zu verkaufen. Dabei wäre aus der Behörde auch ein Preis unter Wert „in engen Grenzen vorstellbar“. Die Stadt müsse aber die Ausschreibungsregeln beachten, besonders wenn sie eine Baupflicht festschreibt.

Beschlossen hat der Gemeinderat auch, dass der künftige Betreiber ein anerkanntes Qualitätszertifikat vorweisen soll, um einen pietät- und qualitätvollen Betrieb sicherzustellen.

Euro pro Monat gibt der Göppinger für xx aus.

Vergangenheit Das Göppinger Krematorium wurde vor mehr als 100 Jahren erbaut. Vor der Schließung wurden etwa 1000 Leichname pro Jahr eingeäschert. Nach Ansicht der meisten Experten lässt sich die aus Sicherheitsgründen stillgelegte Anlage unter der Aussegnungshalle nicht erneuern. Die Verhältnisse sind hoffnungslos beengt.

Zukunft Die Stadt setzt auf einen Investor, der die auf andere Städte ausgewichenen Bestatter davon überzeugt, wieder in Göppingen Einäscherungen vorzunehmen. Entscheidend ist die Auslastung. Eine Rolle spielen in der Branche offenbar die immer wieder kritisierten „Handgelder“ oder „Provisionen“.

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