Göppinger Kommunalpolitiker spricht von Taubenplage in der Stadt

Die Anzahl der Stadttauben ist zu hoch, findet die FWG-Fraktion im Göppinger Gemeinderat. Die Kommunalpolitiker fordern schon lange Taubentürme oder -verschläge, um der Population Herr zu werden.

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Im Garten des Göppinger Ex-Stadtrats Eberhard Neubrand in Schlat gibt es bereits einen Taubenturm.  Foto: 

„Drei weiße Tauben (...) die scheißen mich zu“, heißt es in einem Songtext der Band „Erste Allgemeine Verunsicherung“. Doch nicht nur für die österreichische Pop-Rock-Combo sind Tauben ein Thema, auch Göppinger Kommunalpolitiker können sich bei den Vögeln in Rage reden. „Sie werden in der Innenstadt und inzwischen auch in einigen Stadtbezirken immer mehr zur Plage“, meint Wolfgang Berge, der für die Freien Wähler Göppingen (FWG) im Gemeinderat sitzt und fügt hinzu: „Wir haben in Göppingen ein Taubenproblem.“ Unlängst sei seiner Frau Inge zum Beispiel berichtet worden, dass eine Taube ihren Kot in einer Kaffeetasse abgesetzt habe. Ort des Geschehens: Die Außengastronomie eines Lokals in der Göppinger Innenstadt.

„Die Tauben sind mit ihrem Guru eine Belästigung“, findet Berge. „Diese ,Tierle’ können die Gesundheit gefährden, verdrecken die Stadt und beschädigen mit ihrem Kot Wohn- und Geschäftshäuser.“ Daher hatte die FWG-Fraktion bereits 2010 und 2013 einen Antrag im Gemeinderat gestellt, Taubenhäuser oder -schläge in Göppingen einzurichten. Dort werden Taubeneier durch Gipseier ersetzt. Das Ziel: Die Taubenpopulation so in den Griff zu bekommen. Denn bislang gibt es nur eine Fütterungsverbot für Tauben in der Göppingen. „Das bringt nichts“, meint Berge. Nur allzu oft könne man zum Beispiel im Oberhofenpark beobachten, wie sich Menschen konsequent über dieses Verbot hinwegsetzen würden.

Doch sowohl im Jahr 2010 wie im Jahr 2013 winkte der Göppinger Gemeinderat ab, die Anträge fanden keine Mehrheit. Und auch der Vorsitzende der FDP/FW-Fraktion, Klaus Rollmann, hatte 2013 vergeblich gefordert, Jagdfalken zur Abschreckung gegen Tauben einzusetzen. „Diese Forderung war als eine Art wachrütteln zu verstehen“, meint Rollmann jetzt. „Denn zuweilen mahlen die Mühlen in Göppingen sehr langsam, wenn es um die Prüfung und Umsetzung eines Themas geht“, kritisiert Rollmann.

Doch da die Tauben aus Sicht der FWG-Fraktion in Göppingen nicht weniger geworden sind, stellte sie für das Haushaltsjahr 2015 erneut den Antrag im Gemeinderat, durch das Einrichten eines Taubenturms oder -schlag oder alternativer Konzepte, „dem hemmungslosen Vermehrungsdrang der Göppinger Stadttauben Herr zu werden.“

Diesmal ist Berge zuversichtlich, dass der Antrag vom Gemeinderat abgenickt werden könnte. „Es wächst eine interfraktionelle Mehrheit, die meint, dass man was machen muss“, erklärt er.

Der FWG-Fraktionsvorsitzende Stefan Horn hat deshalb am Freitag erneut die Stadtverwaltung angeschrieben. Darin heißt es unter anderem: „Mit Beginn des Sommerhalbjahrs wird sich die Lage weiter verschärfen. Bitte lassen Sie uns den Stand der Bearbeitung unseres Antrags wissen. Insbesondere: Wann kommt der konkrete Beschluss-Vorschlag von der Verwaltung?“

Dejan Birk-Mrkaja, Sprecher der Stadtverwaltung, meint dazu: „Das mit den Tauben ist nicht so einfach.“ Das Thema werde derzeit von der Verwaltung geprüft. Die Stadt habe Fachleute kontaktiert, die von Taubenhäusern in Grünanlagen abgeraten hätten: Die Tauben würden sie nicht annehmen. Blieben nur Taubenschläge. „Das halten wir für eine gute Lösung“, so Birk-Mrkaja. Allerdings sei dies auch nicht so einfach umzusetzen. Eventuell käme im Zuge der Sanierung des Kornhausplatzes ein Taubenschlag im Dachgeschoss der Stadtbibliothek infrage.

Berge widerspricht allerdings der Verwaltung. Dass Taubenhäuser in Grünanlagen nicht von den Vögeln angenommen würden, stimme nicht. Er habe schon viele solcher Taubentürme in Parks gesehen, sagt der Stadtrat und schickt ein Foto eines solchen Hauses mit vielen Vögeln drauf als Beleg mit. „Dann waren das wohl dumme Tauben in den anderen Städten“, meint er süffisant in Richtung Stadtverwaltung.

Einer der schon einen Taubenturm im seinem Garten in Schlat stehen hat, ist der frühere Göppinger CDU-Stadtrat und Ex-Vorsitzende des Tierschutzvereins, Eberhard Neubrand. Der Besitzer von rund 60 Tauben befürwortet Taubenhäuser und -schläge, kritisiert aber das Fütterungsverbot und die „Hetze“, wenn beispielsweise von einer Taubenplage gesprochen werde. Schließlich sei ja die Taube auch ein Symbol des Friedens.

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