Göppinger Geschäftsführer in Riga ermordet

Zahlreiche Juden fanden in der Geislinger Straße sechs in Göppingen eine Wohnung - auch Wilhelm Fleissig, Geschäftsführer der Firma Geschmay.

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War Geschäftsführer bei der Göppinger Filztuchfabrik Geschmay: Wilhelm Fleissig. Foto: Archiv

In der Einwohnermeldekartei des Göppinger Stadtarchivs findet sich folgender Eintrag: Fleissig, Wilhelm, geb. 13.5.1906 in Nürnberg, ledig, Beruf: Dipl.-Ing., am 6.4. 1938 von Nürnberg nach Göppingen, Geislingerstraße 6 eingezogen und mit Bleistift nachgetragen: ,Halbjude, Gesch.führer bei Geschmay, hat Klaus Maier-Rubner von der Stolperstein-Initiative Göppingen recherchiert.

Bei der Württembergischen Filztuchfabrik habe es "auf der personellen Ebene von 1935 bis 1938 einige Schwierigkeiten gegeben". Die Eigentümerfamilie fand in Wilhelm Fleissig einen qualifizierten Nachfolger. Der hatte Chemie und Staatswissenschaft studiert, stammt wohl aus keiner vermögenden Familie. In der Firma Geschmay arbeitet er nur wenige Monate, denn zum Jahreswechsel 1938/39 wird die Firma zwangsarisiert, was sicherlich auch für Wilhelm Fleissig den Verlust des Arbeitsplatzes bedeutete.

Schließlich wurde auch er nach Riga verschleppt und dort von den Nazis hingerichtet. "Wilhelm Fleissig ist wahrscheinlich wenige Tage vor der Deportation seiner Mutter und seiner Schwester in Riga/Jungfernhof ermordet worden, nachdem er am 28. November 1941 von Göppingen aus dorthin verbracht worden war.

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