Göppinger Forstamt fördert das nachhaltige Bauen

Unter dem Motto "nachhaltig und regional" entstand bei der Gärtnerei Jeutter in Göppingen eine neue Mehrzweckhalle. Verwendet wurde ausschließlich das weniger typische Holz von Douglasien.

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  • Im Winter wurde ein Teil der Douglasien am Schafenberg bei Kuchen gefällt. Sie wurden vor ungefähr 110 Jahren teilweise gepflanzt, teilweise gesät. 1/2
    Im Winter wurde ein Teil der Douglasien am Schafenberg bei Kuchen gefällt. Sie wurden vor ungefähr 110 Jahren teilweise gepflanzt, teilweise gesät. Foto: 
  • Mit der fertigen Konstruktion ist Johannes Jeutter sehr zufrieden. 2/2
    Mit der fertigen Konstruktion ist Johannes Jeutter sehr zufrieden. Foto: 
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Das Forstamt Göppingen beschäftigt sich zur Zeit mit dem Thema "nachhaltig und regional". Fast 70 Prozent der im Landkreis Göppingen geschlagenen Bäume werden im Landkreis verkauft und zum Großteil auch hier verarbeitet. So werden pro Jahr im Durchschnitt ungefähr 80 000 Festmeter über das Forstamt Göppingen verkauft. Davon wiederum werden ungefähr 25 000 Festmeter als Brennholz und ungefähr 23 000 Festmeter als Schnitt- und Bauholz an diverse Kunden verkauft.

Ganz im Sinne des Projektes "Schützen durch Nützen" vom Forst Baden Württemberg ließ sich die Gärtnerei Jeutter aus Göppingen eine Konstruktion aus regionalem Holz bauen. Diese soll zur Nutzung als Maschinen- und Gerätehalle sowie als Hackschnitzellager dienen. "Aufgrund der relativ hohen Luftfeuchtigkeit kam kein Leimholz in Frage", erklärt der Holzbauunternehmer Dieter Bässler. Eine gute Alternative stellte da das widerstandsfähige Holz der Douglasien dar. "Die Douglasien vom Schafenberg bei Kuchen wurden vor ungefähr 110 Jahren teilweise gepflanzt, teilweise gesät", erzählt Philipp König vom Forstamt Göppingen.

Anfang des Jahres wurden die Douglasien gefällt, vermessen und verkaufsfertig gemacht. Die Stämme sind bis zu 20 Meter lang und haben einen Durchmesser von 50 Zentimeter. Verkauft wurde das Stammholzsortiment über das Forstamt Göppingen an das Sägewerk Hildner in Adelberg. "Douglasienholz richtig weiterzuverarbeiten, ist gar nicht so einfach", verrät der Inhaber Wolfgang Hildner. Durch falsches Trocknen gibt es nämlich schnell Risse im Holz. Anders als Fichten kommen Douglasien allerdings viel besser mit der wachsenden Trockenheit zurecht. Hildner bearbeitete das Holz mit der Bandsäge und ließ es insgesamt 14 Tage lang in einer Trockenkammer trockenen. Zum Schluss wurde die sägeraue Schnittware noch glatt gehobelt und weiter verkaufsfertig gemacht. Der Holzbauunternehmer Bässler aus Göppingen übernahm die Planung und den Abbund der Konstruktion, sowie die Aufrichtung der Halle. Abschließend wurde das Dach eingedeckt. Dieter Bässler ist zufrieden: "Mit so gut verarbeitetem Douglasienholz arbeite ich nicht oft". Doch was sagt der Auftraggeber zu dem Endprodukt?

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis", zieht Johannes Jeutter ein Fazit. "Das Holz ist toll und wenn die Halle irgendwann mal weg sollte, kann man sie als Brennholz verwenden." Insgesamt kostete ihn die Halle rund 75 000 Euro. "Das Holz ist zwar durch die aufwändigere Trocknung etwas teurer als zum Beispiel Fichte, aber auch stabiler", verspricht Bässler. Douglasien haben zwar viel Harz, jedoch ist dieses sehr fein verteilt. Bässler erklärt: "Durch das Trocknen karamelisiert das Harz sozusagen und macht das Holz widerstandsfähig". Douglasienholz eigne sich außerdem hervorragend als Terrassendiele. Dem kann Johannes Jeutter nur beipflichten: "Douglasiendielen halten perfekt. Und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen".

Auch Tobias Volg und Philipp König vom Forstamt freuen sich: "Es ist schön zu sehen, wie aus dem Holz unserer Bäume etwas Neues entsteht". Immer wieder wird davon gesprochen, dass Holz aus Deutschland nach China exportiert wird. "Das ist bei uns im Landkreis aber nicht der Fall", versichert Volg. Das Stammholzsortiment gelangt maximal in die umliegenden Landkreise. "Bei regionalem Verkauf wird durch die kurzen Transportwege nicht nur Spritgeld, sondern auch CO2 eingespart", weiß Volg. Auch wenn der Douglasienanteil bisher nur bei 2,8 Prozent liegt, so sei es dennoch gefragt. "Außerdem ist toll, dass holzschädigende Insekten an Douglasienholz nicht rangehen", verrät Jeutter.

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