Göppinger Fils-Terrassen fast fertig

Sechs Jahre nach den ersten Ideen für den Bau der Göppinger Fils-Terrassen gehen die Arbeiten in die Endphase. Im Sommer sollen die Menschen sich im Fluss die Füße kühlen. Dann ist auch mehr Grün zu sehen.

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Treppe zum Fluss: Die Filsterrassen hinter dem Christophsbad sollen ab dem Sommer einen grünen Zugang zum Wasser bilden. Der Flussspiegel soll bei Mittelwasser bis zu der Steinkante reichen. Uferböschung und Mauer am rechten Bildrand werden ebenfalls begrünt.  Foto: 

Friedlich plätschert die Fils auf Höhe des Chistophsbads das Tal hinunter. Das Wasser glitzert in der Sonne. Noch rumort im Hintergrund der Bagger, der den Humus-Boden aufbringen soll. Doch die Formen der Göppinger Fils-Terrassen sind bereits deutlich zu erkennen. Dort, wo der Fluss einst zwischen der Sprudel-Abfüllanlage und der Schlachthof-Mauer eingezwängt war, hat er jetzt wieder mehr Platz.

Die Terrassen sind planerisches Überbleibsel der einst ambitionierten Bewerbung der Hohentaufenstadt um die Landesgartenschau. Später brachte sich Göppingen mit dem Projekt in den "Landschaftspark Fils" ein, der auch in anderen Städten entlang des Gewässers für viele Verbesserungen sorgte. In Göppingen wurde die Fils um sechs Meter nach Süden verlegt, das Ufer abgeflacht und terrassiert. Stufen führen zum Wasser. Sechs stromlinienförmige hölzerne Sonnendecks fehlen noch. Im weiteren Bauabschnitten soll es sogar eine Kanu-Anlegestelle geben (siehe Kasten).

"Wir sind stolz darauf, dass es uns an dieser Stelle gelungen ist, den Fluss wieder zugänglich zu machen", sagt Stadtbaudirektor Helmut Renflte. Denn das Gelände der ehemaligen Sprudelfabrik ist der einzige Abschnitt auf Göppinger Gebiet, wo es möglich war, die abweisenden und steilen Uferböschungen aufzuweiten. Überall sonst sind entweder Industrieanlagen oder Gleise im Weg.

Allerdings floss viel Wasser die Fils hinunter, bis die Arbeiten beginnen konnten. Das Christophsbad, das auf dem angrenzenden Gelände eine Kinder- und Jugendpsychiatrie bauen will, stritt erbittert mit dem Schlachthof am gegenüberliegenden Ufer. Die Stadt hing in der Luft, bis endlich die Einigung gelang.

1800 Quadratmeter hat die Kommune dem Privatkrankenhaus als Eigentümer des ehemaligen Sprudelgeländes abgekauft. Die Fläche war nötig, weil der beliebte Radweg verlegt und die Uferböschung erweitert werden musste.

Was am gegenüberliegenden Ufer noch fehlt, ist die sechs Meter hohe Lärmschutzwand am Schlachthof. Das Bauwerk war Teil des Kompromisses im Lärmschutzstreit. Allerdings soll die Wand hinter grünen Pflanzen verschwinden, erklärt Renftle. Bepflanzt wird auch die neue Uferböschung mit standortgerechten Gehölzen und Rasenstücken sowie 18 neuen Linden.

Ökologische Aspekte waren bei der Planung wichtig, erklären Helmut Renftle und sein Kollege Gunnar Herbert, Leiter des städtischen Amtes für Grünordnung und Umweltschutz. Fische sollen sich beispielsweise in den beruhigten Uferbereichen wohl fühlen. Doch auch für Menschen ist der einstige Industriefluss Fils keine Gesundheitsgefahr mehr. Die Wasserqualität nähert sich der Güteklasse zwei - das war noch vor Jahrzehnten utopisch erschienen. Einem Sommer am Flussufer steht also nichts im Weg.


Kommentar Fils-Terrassen: Chance für Flusserlebnis genutzt 

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