Göppinger auf Thriller-Pfaden

„Blow Out“ heißt der im Jahre 2052 spielende Katastrophen-Thriller von Uwe Laub, bei dem nur der Schriftsteller aus heimatlichen Gefilden stammt. Bei einer illustren Gesprächsrunde in der Buchhandlung Herwig wurden Autor und Buch vorgestellt.

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Uwe Laub aus Eislingen stellte sein erstes Buch "BLOW OUT" vor.  Foto: 

„Die Hütte ist voll, fangen wir mal an“, begrüßt Till Herwig die über 100 altersmäßig bunt gemischten Zuschauer, nachdem alle dank zusätzlich herbeigeschaffter Stühle ihren Platz gefunden hatten. Den erkälteten Stargast behutsam zwischen dem Hausherrn und NWZ-Kultur-Redakteur Marcus Zecha in die Mitte genommen, sollte es keine Lesung im klassischen Sinn geben. Vielmehr handle es sich um eine Buchpremiere mit Gesprächs- und Fragerunde und anschließender Widmung des „zukünftigen Bestsellerautors“, denn Sie wissen ja: „Ohne Buch kommt hier keiner raus“, kündigt der Geschäftsmann launig an.

Obgleich anfangs etwas „unsicher“, sein Erstlingswerk „Blow Out“ als klassisches Heimspiel zu präsentieren, merkt man dem Göppinger Newcomer-Autor Uwe Laub freilich an, wie überwältigt er vom großen Interesse an seiner Person ist: „In Frankfurt wäre wohl keiner gekommen“. Seit Freitag, dem 13., gibt es den „Action-Katastrophen-Zukunfts-Thriller“, welcher sich anhand des zuvor gezeigten Trailers oder anders ausgedrückt „die Erstarbeit für die Verfilmung des Romans“ außerdem auf der Leinwand prima machen würde. Dramatisch untermalt mit spannender Musik und beeindruckenden Bildern fliegen knackige Aussagen scheinbar direkt auf die Zuschauer zu: „In nicht allzu ferner Zukunft. Die Nordsee. Das Wasser steigt. In seinem überfluteten Heimatdorf erhält der Journalist Nick Schäfer einen Anruf. Emma. Was verursachte die Katastrophe? Warum bezahlen vier Wissenschaftler ihre Neugier mit dem Leben? Nick und Emma wissen zu viel. Und legen sich mit einem mächtigen Feind an. United States of Amerika. Wem können Sie noch vertrauen?“. Zweifelsfrei dem anwesenden Publikum, das nun buchstäblich heiß auf exklusive Details in puncto Entstehung des 506-Seiten starken Taschenbuchs ist.

Keinesfalls alltäglich, dass Till Herwig nicht vom Ullstein-Verlag selbst, sondern von Michael Haide erfuhr, dass ein „Einheimischer“ gekonnt zur Feder griff. Anfänglich in Sorge, zum x-fachen Mal einen Lokalkrimi oder gar Regionalkochbuch in der Hand zu halten, wurde dem Fachmann schnell bewusst: Dieser hochspannende Lesestoff wird den nationalen Markt erreichen. Vielleicht deshalb, weil sich Uwe Laub sowohl mit dem Schreiben als auch seiner intensiven Recherche „neun von zehn Fakten entsprechen der Wahrheit“, neben seinem Fulltime-Job fünf Jahre Zeit gelassen hat. Nicht des Geldes wegen, da gebe es einfachere und lukrativere Methoden, weiß der Selbständige in der Pharmabranche, sondern ganz schlicht aus einem Bedürfnis heraus: „Schreiben, man liebt es oder man hasst es. Schreiben ist für mich eine wunderbare Methode vom Alltag abzuschalten. Man zappt sich in eine Welt rein, verliert sich in der Zeit“.

Der Inhalt von "Blow Out" ist erschreckend aktuell

Ob während der Schreibperiode von 2008 bis heute die Realität, siehe NSA-Affäre, seine Vision des Jahres 2052 nicht schon viel früher eingeholt habe?, wollte Marcus Zecha wissen. Datenüberwachung und Umwelt seien die beiden großen Themen seiner Geschichte und mit viel Glück komme zusammen mit dem Buch auch ein neuer Klimabericht heraus. Nie im Traum dachte Uwe Laub daran, wie erschreckend aktuell dann der Inhalt von „Blow Out“ werden würde. Dankbar sei er unter anderem seinem alten Freund Rainer Wekwerth, von dem er viele Tipps zum routinierten Wechsel aller Handlungsebenen, immer wieder kehrenden Spannungsaufbau oder die Vermeidung typischer Anfängerfehler bekommen habe: „Im Grunde war’s das“, verrät er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Und man muss ich in die Romanhelden hineinversetzen, sprich, ich war sowohl Nick Schäfer als auch Emma“.

Während er einerseits umfassende Doktorarbeiten in Sachen Klimaforschung zurate gezogen hat, war für die fast detailgenaue Beschreibung einer Bohrinsel eine Doku-Serie auf Discovery Channel recht dienlich. Neben jeder Menge interessanter Informationen aus dem Alltag eines Schreibenden, gab der frischgebackene Schriftsteller noch ein paar Originalsätze aus seinem vielversprechenden Erstlingswerk zum Besten. Auch wenn man Milde aufgrund seiner Erkältung walten lässt, bis zum Bestsellerautor muss freilich noch ein wenig geübt werden: Etwas lauter, mehr Leidenschaft sowie ab und zu einen Blickkontakt zu seiner "Kundschaft“ – dann wäre es perfekt. Perfekt ist dafür seine tolle Tochter Amelie. Die 14-Jährige hat lange auf das Buch gewartet und jüngst erst am Präsentationstag zu Ende gelesen. „Ich war immer dabei und bin richtig stolz auf meinen Vater und auf sein Buch.“

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