Göppingen plant Wohngebiet am Friedhof

Die Stadt Göppingen macht beim Tauziehen um neue Bauflächen Tempo. Beim Friedhof soll Platz für 50 Wohneinheiten geschaffen werden.

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Das Gebiet zwischen Hohenstaufenstraße, Friedhof und Dürerstraße hat die Fläche von etwa vier Fußballfeldern. Kleingärtner haben sich hier angesiedelt. Doch sie werden bald umziehen müssen. Denn die Stadt will das Areal zu einem Wohngebiet machen – ein Schritt gegen den Bevölkerungsschwund.

Mit etwa 115 neuen Einwohnern rechnet die Stadtverwaltung in dem Gebiet. Sie sollen aber nicht nur in Einfamilienhäusern auf etwa 500 Quadratmeter großen Parzellen, sondern auch in sogenannten Stadthäusern mit mehreren Wohnungen und bis zu vier Geschossen leben. Mit diesem Nutzungsmix will die Stadt unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen.

Änderung des Bebauungsplans

Der Gemeinderat soll in der kommenden Woche die nötige Änderung des Bebauungsplans und des Flächennutzungsplans auf den Weg bringen. Denn das Gebiet ist derzeit noch als öffentliche Grünfläche und als Parkplatz ausgewiesen. Die Kleingärten könnten entweder an die Rossbachstraße oder nach Jebenhausen umziehen, kündigte Günther Helmel vom Planungsamt der Stadt an, als der Technische Ausschuss und der Verwaltungsausschuss am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Sitzung über das Thema berieten.

Eine Lösung müsse auch für die Parkplätze her, ergänzte Stadtbaudirektor Helmut Renftle. Denn bei Beerdigungen auf Friedhof mit vielen Besuchern werde die Straße häufig als Parkplatz genutzt. Eine Straßenverbindung zwischen Hohenstaufenstraße und Rossbachstraße wird es aber nicht geben, stellte Helmut Renftle klar. Das neue Wohngebiet wird im Süden von der Dürerstraße, im Norden von der Hohenstaufenstraße her erschlossen. Nur für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge wird die Verbindung durchlässig sein. Geplant sind auch ein Spielplatz und ein öffentlicher Platz.

Initiative für mehr Wohnungsbau

Das neue Baugebiet ist Teil der im Sommer vom Gemeinderat beschlossenen Initiative für mehr Wohnungsbau auf Flächen, die bereits der Stadt gehören.

Unter den Lokalpolitikern gab es in der Sitzung am Donnerstag einhellige Zustimmung. Wolfram Feifel (Freie Wähler) betonte, wie dringend es sei, neue Bauflächen in der Kreisstadt zu beschaffen. Er allein kenne vier Familien, die jetzt aus Göppingen wegziehen, weil sie keine geeigneten Wohnungen finden.

In mehreren Gutachten soll geklärt werden, welche Auswirkungen das Wohngebiet auf die Tier- und Pflanzenwelt hat. Die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen lassen sich in dem Gebiet nicht verwirklichen, glaubt die Stadtverwaltung. Sie sollen an anderen Stellen im Stadtgebiet umgesetzt werden. Die Kosten für die Planung werden auf 20.000 Euro geschätzt.

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