Giftstoffe in Gebäuden

In immer mehr Gebäuden werden Schadstoffe gefunden. Nach Stadtbad, Albert-Schweitzer-Schule und der Klinik am Eichert werden auch in der Wilhelm-Busch-Schule geringe Giftkonzentrationen festgestellt.

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Vor 50 Jahren neues Sorgenkind des Landkreises: Im Sonderschulzentrum in Göppingen wurden Schadstoffe festgestellt.  Foto: 

Göppingen - "Wir wollen nichts verharmlosen und nichts verheimlichen", verspricht Landrat Franz Weber bei einer Informationsveranstaltung im großen Saal des Landratsamtes den betroffenen Eltern, "es muss und wird saniert werden." Erst kurz zuvor wurden Nervengifte und Schadstoffe wie Formaldehyd und Lindan festgestellt, bisher jedoch in Richtwerte nicht überschreitenden Dosen. Trotzdem sollten Maßnahmen dagegen ergriffen werden, schrieb die NWZ in ihrer Ausgabe vom 16. November 1990. Nachdem bereits in anderen öffentlichen Gebäuden Göppingens wie dem Stadtbad, der Albert-Schweitzer-Schule und der Klinik am Eichert ebenfalls Schadstoffe gefunden wurden, wurde die Bevölkerung langsam unruhig. Viele Eltern der Schüler ließen sich nicht so leicht beruhigen und forderten Blutuntersuchungen für ihre Kinder.

Doch dies sahen verschiedene Sprecher kritisch. Jahrzehnte lang wurden diese Stoffe in mindestens jedem zweiten Haus verbaut, so ein Experte vom Institut für Umwelthygiene und Sanierungstechnologie, zudem werde eine erhebliche Menge dieser Stoffe über die Nahrung aufgenommen. So könne eine Blutuntersuchung keinen Aufschluss darüber geben, welche Mengen der Schule zuzuordnen seien.

Kreisbaudirektor Ulrich Werner erklärte, dass von der Schadstoffbelastung in der Luft keine akute Gefahr ausgehe, man aber trotzdem sanieren werde. Zur Wahl standen der komplette Abriss des Gebäudes, das Abschleifen sämtlicher Holzoberflächen sowie das Abdichten der Oberflächen mit Hilfe von Folien. Mehr dazu konnte allerdings erst gesagt werden, wenn die genauen Messergebnisse der Untersuchungen vorliegen sollten.

Was sonst noch geschah . . .

15. November 1990: Kurzfristig angekündigt taucht Erwin Teufel in der Göppinger Fußgängerzone auf und beantwortet Bürgerfragen.

16. November 1990: Außenminister Hans-Dietrich Genscher wirbt bei einer FDP-Wahlveranstaltung in der Göppinger Stadthalle für die Wiederwahl von Georg Gallus.

17. November 1990: Das Göppinger Gesundheitsamt warnt davor, die Gefahr "Aids" zu unterschätzen, nur weil sie aus den Medien verschwunden ist.

18. November 1965: Das Stahlgerüst des alten Stegs über Bahn und Fils in der Jahnstraße wird abgebaut. Künftig gibt es nur noch die Unterführung.

19. November 1965: In Weißenstein rutscht ein Linienbus über eisglatte Fahrbahn auf die Rathaustür zu. Eine 21-jährige Frau wird zwischen Bus und Tür eingeklemmt und stirbt.

SWP

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