Gesundheitsamt rät zur Impfung gegen Zeckenbisse

Das warme Wetter lockt die Menschen vermehrt in die Natur. Damit steigt die Gefahr von Zeckenbissen. Für den Kreis wird die Impfung gegen Hirnhautentzündung empfohlen, es gibt aber auch Einwände.

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Der Kreis Göppingen zählt zu den Risikogebieten: Die Zeckenimpfung schützt nur vor Hirnhautentzündung, wirkt aber nicht gegen Borreliose.  Foto: 

Wenn sich Menschen durch Wald und Wiesen bewegen, steigt die Gefahr, mit Zecken in Kontakt zu kommen. Der Biss der kleinen Krabbeltiere kann gefährliche Krankheiten übertragen. Besonders heimtückisch ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Baden-Württemberg gilt für das Robert-Koch-Institut in Berlin, das in Deutschland Impfungen empfiehlt, als Risikogebiet für diese Form der Hirnhautentzündung. Daher wird die Schutzimpfung auch den Bewohnern des Kreises Göppingen empfohlen, berichtet der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Dr. Heinz Pöhler. Im Gegensatz zur Bezeichnung Frühsommer besteht die Gefahr einer Erkrankung den ganzen Sommer über, man müsse nicht nur im Frühsommer aufpassen, erläutert Pöhler.

Die Schutzimpfung ist daher nach Ansicht des Amtsleiters nicht nur jetzt sinnvoll. Je nach Hersteller des Impfserums dauert es drei bis vier Wochen, bis eine Grundimmunisierung besteht. Bei einer Neuimpfung sind in der Regel drei Impfungen erforderlich, bis ein vollständiger Impfschutz erreicht ist. Der Schutz hält dann laut Pöhler drei bis fünf Jahre vor. Im Kreis Göppingen treten nach Angaben des Leiters des Gesundheitsamts bis zu drei FSME-Fälle im Jahr auf. Wer allerdings beabsichtigt, in eines der "Hochrisikogebiete" im Land zu reisen, sollte eine Impfung erwägen, findet Pöhler. Dazu zählen der Bodenseeraum, das Umland des Hohentwiel und Südbaden.

Grundsätzlich rät Pöhler dazu, Zeckenbisse genau zu beobachten. Ein roter Hof um die Bisswunde könnte eine Borreliose anzeigen. Die sei aber mit Antibiotika gut behandelbar.

Dass Zecken neben FSME andere Krankheiten übertragen können, hebt auch Dr. Christiane Clauder hervor. Die Ebersbacher Ärztin, rät dazu, bei einem Biss die Zecken sorgfältig zu entfernen, die Wunde zu desinfizieren und eventuell einen Arzt aufzusuchen. Sie sei zwar viel in der Natur, sei selbst aber nicht gegen FSME geimpft. Zwar seien die Impfstoffe jetzt verträglicher als früher, dennoch besteht nach Ansicht von Clauder ein Risiko. Vor allem sei über mögliche Spätfolgen der Impfung wenig bekannt. Wurde jemand von einer Zecke gebissen, gibt es nach Ansicht der Ärztin auch in der Naturheilkunde Maßnahmen, welche die Therapie unterstützen.

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