Geschichte auf dem Hohenstaufen erleben

450 Schüler haben in den vergangenen Wochen den Hohenstaufen besucht. Dazu hatte der Verein "Berg Hohenstaufen" eingeladen. Dieser ermöglicht auch Senioren und Behinderten Geschichte zu erleben.

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Bei einem Quiz haben Schüler den Göppinger Hausberg besser kennengelernt. Der Verein "Berg Hohenstaufen" lud sie dazu ein.  Foto: 

Aufgeregt laufen dutzende Schulkinder zwischen den alten Gemäuerresten der Burg Hohenstaufen hindurch. Sie suchen eine bestimmte Stelle, die auf ihrer Schatzkarte mit einer Vier gekennzeichnet ist. Im nördlichen Teil der Ruine bleiben sie stehen, hier muss es sein. Und schon bekommen sie von ihrer Lehrerin die Quizfrage dazu vorgelesen. Denn sie stehen nun genau dort, wo früher der Pallas, das große Wohngebäude, stand, in dem eine Stauferkönigin wohnte. Mit großen Augen hören sie mehr über die Frau und sollen herausfinden, wie sie hieß. Einen kleinen Tipp für ihre Suche bekommen sie auch geliefert und springen los.

Wenn Beate Schwarz das sieht, geht ihr das Herz auf. Denn sie weiß, dass es nicht selbstverständlich ist. "Als ich mit unseren Azubis vergangenes Jahr hier oben war, sagten viele, sie seien heute zum ersten Mal auf dem Hohenstaufen und sie wüssten kaum etwas über Berg und Burg", sagt die erste Vorsitzende des Vereins "Berg Hohenstaufen". Sie ist selbst Mutter zweier Kinder und war schockiert, das von ihren jungen Mitarbeitern vom Entsorgungsunternehmen "DU: Willkommen in der Umwelt" zu hören. "Deshalb ist es mir wichtig, dass mehr Kinder und Jugendliche den Göppinger Hausberg erwandern und unsere Geschichte und Kultur kennenlernen", sagt die Geschäftsführerin.

Gesagt, getan - im Frühling hatte der Verein Schulausflüge auf den Hohenstaufen ausgeschrieben. Diese umfassen ein Quiz mit 14 Stationen über Natur, Historie, Kultur sowie Stelzenlaufen, Slackline-Balancieren und andere Geschicklichkeitsspiele. Materialien und Geräte schaffte der Verein mithilfe von Spenden heran. Innerhalb eines halben Monats lagen 15 Anmeldungen von Schulen aus dem ganzen Kreis vor - selbst aus Schwäbisch Gmünd wollen Lehrer mit ihren Schülern das Angebot nutzen.

Ab Juni bis zu den Ferien hatten 450 Kinder den Berg besucht. Die Resonanz ist groß, in Windeseile waren die Ausflüge ausgebucht. Die Ausflugsfahrten bietet der Verein jedes Jahr von März bis September an. Unterstützt von den "Guten Taten" der NWZ, erkunden auch mobilitätseingeschränkte Menschen den Berg. So besuchten vor kurzem zehn an Multipler Sklerose erkrankte Mitglieder der "Amsel Kontaktgruppe Göppingen" den Hohenstaufen. "Ohne die organisierte Fahrt hätten die Betroffenen wegen ihrer Gehbehinderung die Aussicht und Burgruine nicht genießen können", sagt sich Amsel-Mitglied Susanne Leinberger, die auch zweite Vorsitzende des Berg-Hohenstaufen-Vereins ist.

Für jeden Hohenstaufen-Interessierten gibt es Audio-Guides im Restaurant auf dem Berg kostenlos auszuleihen. Mit ihnen können die Besucher die Geschichte des Hohenstaufen auf eigene Faust erkunden.Beate Schwarz resümiert: "Der Berg ist mit seiner Geschichte ein wichtiges Kulturgut, das nicht verloren gehen darf. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch mehr Menschen sich über unser Anliegen informieren und uns unterstützen."

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