Gemeinschaftsschulen sind im Kreis auf dem Vormarsch

Der Kreis Göppingen bekommt vier neue Gemeinschaftsschulen - in Eislingen, Uhingen, Göppingen sowie am Doppelstandort Albershausen und Schlierbach. Damit herrscht ein fast flächendeckendes Angebot.

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Die Albert-Schweitzer-Schule in Göppingen ist eine von vier neuen Gemeinschaftsschulen im Landkreis Göppingen, denen die Landesregierung gestern grünes Licht gab.  Foto: 

In der dritten Tranche der Gemeinschaftsschulen ist der Landkreis mit vier weiteren Standorten vertreten. Das hat das Kultusministerium am Montag bekannt gegeben. Damit wird der Kreis Göppingen ab September neun Gemeinschaftsschulen haben und ist somit im Vergleich mit anderen Regionen gut ausgestattet. Im benachbarten Kreis Esslingen sind es nur fünf Gemeinschaftsschulen bei etwa doppelt so vielen Einwohnern.

Die Vertreter der Regierungsparteien sehen das naturgemäß positiv, denn die Gemeinschaftsschule ist ihr wichtigstes bildungspolitisches Projekt: "Für mich ist eine Gemeinschaftsschule eine Schule mit Zukunft. Ich bin mir sicher, dass sich das große Engagement der Beteiligten auszahlen wird. Denn die Gemeinschaftsschule versteht sich als Angebot, dass trotz rückläufiger Schülerzahlen weiterhin alle Schulabschlüsse wohnortnah angeboten werden können", so Peter Hofelich am Montag in einer an die Presse verschickten Stellungnahme.

Weitere Alternative für die Eltern

Sein Fraktionskollege Sascha Binder betont: "Zugleich bietet sie einen pädagogischkonzeptionellen Rahmen, Schülern auf allen Lernniveaus im Rahmen eines Ganztagsbetriebs gerecht zu werden". Er verweist auf seine Erfahrungen mit den fünf bestehenden Gemeinschaftsschulen im Wahlkreis. Mit den Genehmigungen hätten die Eltern eine weitere Alternative bei der Wahl der weiterführenden Schule, ergänzt der Landtagsabgeordnete der Grünen im Kreis, Jörg Matthias Fritz. Eine Realschule ist im Landkreis allerdings wieder nicht unter den Antragstellern gewesen, ein Gymnasium ebenso nicht.

In Göppingen kommt die Albert-Schweitzer-Schule am westlichen Stadtrand zum Zuge. Die Göppinger Lokalpolitiker gaben ihr den Vorrang vor der Ursenwangschule und der Haierschule im Stadtbezirk Faurndau, die beide schon früher einen Antrag gestellt hatten, denen die Lokalpolitiker aber die Mehrheit verweigerte. Schulleiter Axel Zäch freute sich am Montag über die Nachricht aus Stuttgart. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht". Alle Gremien hätten der Schule die Eignung bescheinigt. Das Kollegium habe hart gearbeitet und sei startklar. Allerdings sei die Stadt am Zuge, die nötigen Umbauten einzuleiten, die Zeit drängt. Der Pavillon West, in dem derzeit noch fünf Klassen untergebracht sind, müsse umgestaltet werden, sagt Zäch, um Räume für Gemeinschaftsschule und Ganztagsangebot einzubauen.

Neue Unterrichtsformen und Ganztagsangebot

In Uhingen wird die Hieberschule mit derzeit insgesamt 483 Schülern die neue Pädagogik in den kommenden Fünferklassen einführen. Seit sich die Schule vor eineinhalb Jahren auf den Weg machte, sei viel geschafft worden, betont auch hier die stellvertretende Schulleiterin Claudia Leber. Zum Teil sei bereits auf die neuen Unterrichtsformen umgestellt worden. Das Ganztagsangebot ist schon seit sechs Jahren verwirklicht und das Raumkonzept orientiere sich daran.

In Eislingen fiel die Wahl auf die Schillerschule, die derzeit 660 Kinder besuchen. Nach einigen Turbulenzen hatte in Eislingen der Gemeinderat die Wahl endgültig erst in der vergangenen Woche getroffen - deswegen muss der Personalrat der Schillerschule noch zustimmen. Schulleiter Günter Doll freute sich am Montag über das Grüne Licht aus Stuttgart. Die Reaktionen der Eltern beim Tag der offenen Tür seien überaus positiv gewesen. Weil das Bewerbungsverfahren seit einem Jahr in vollem Gang war, habe die Schule schon länger darauf hin gefiebert, so Doll, der jetzt auch auf Schüler von außerhalb des bisherigen Einzugsgebiets hofft.

Eine Kooperation als Sonderfall

Ein Sonderfall ist die Kooperation der Schulen Albershausen und Schlierbach, die zusammen eine Gemeinschaftsschule einrichten. Albershausesn Bürgermeister Jochen Bidlingmaier freute sich am Montag riesig über die Nachricht. So sicher sei das nicht gewesen, weil die Distanz zu den Gemeinschaftsschulen in Uhingen und Boll nicht sehr groß ist. Das Kollegium habe geschlossen dahinter gestanden, lobt Bidlingmaier. Sein Schlierbacher Verbandskollege Paul Schmid hob auf die gute Zusammenarbeit der Kommunen bei Schulangelegenheiten ab. Auch er freue sich über die Entscheidung, wisse aber auch, dass die Arbeit jetzt erst beginnt.


Kommentar Gemeinschaftsschule: Zwischenzeugnis mit Makeln

Die Gemeinschaftsschulen
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