Gelebte Integration beim Lichterfest

"Gemeinsam feiern - gemeinsam unterschiedliche Kulturen erleben", lautete das Motto des interkulturellen Lichterfestes im Haus der Familie.

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"Hast du deine Mama dabei?" Agathe Masserer entgeht nix. Mit geübtem Blick schaut die Leiterin der Villa Butz, ob alles seine Ordnung hat und der Knirps nicht alleine unterwegs ist. Ihr und auch der Vorsitzenden Ilse Birzele steht die Freude ins Gesicht geschrieben. Das Haus der Familie platzt aus allen Nähten, aus unterschiedlichen Zimmern hört man fröhliches Kinderlachen oder angeregte Gespräche der Erwachsenen.

Fröhlich feiern, sich einfach zwanglos kennenlernen sollen die Menschen, die Haustür an Haustür leben, lautet der Wunsch der etwa ein Dutzend ehrenamtlichen Mitarbeiter der Göppinger Begegnungsstätte. Feste im Namen der vier Jahreszeiten werden dort seit eh und je gefeiert, seit Samstag gehört nun das Lichterfest dazu. Ohne etwaige Rituale, vielmehr soll das Wort Licht als "verbindendes Element der Kulturen" stehen, sagt Agathe Masserer: "Licht ist doch etwas Helles und Beglückendes."

Rund 80 Besucher sind der Einladung gefolgt, darunter etwa 40 Kinder und Jugendliche aus der Pappelallee mit Bussen des Sozialen Friedensdiensts. Kaum angekommen, nehmen die Jungen und Mädchen das vielseitige Mal- und Bastelangebot in Beschlag oder schauen mit großen Augen, was Haus und Garten sonst noch alles zu bieten haben. Mandalas ausmalen, Windlichter gestalten, im Bewegungsparcours rumtoben, Mühle spielen oder sich ein Stück Kuchen schmecken lassen, bis zur Aufführung von "Hans im Glück" wurde es keinem langweilig. Petra Christ und Birgit Schuck vom "2Gleis-Kindertheater" aus Eislingen sind Profis, wissen nicht nur mit diesem Märchen wie man Jung und Alt zum Staunen bringt.

Orgito aus Albanien, ein fröhlich lachender Junge, hat richtig Spaß an diesem Tag. "Vier Monate bin ich hier", verrät er stolz in bereits recht gutem Deutsch. Dagegen ganz still und hochkonzentriert malt Celin Gesichter. Dabei verzieht die etwa Vier- bis Fünfjährige keine Miene, nicht einmal Brassel Elias Said kann dem Mädchen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Der junge Syrer kam vergangenes Jahr in den Kreis, lernte bei seinem Besuch in der Stadtbibliothek zufällig Agathe Masserer kennen und bot ihr dabei spontan seine unentgeltliche Mithilfe im Familientreff an.

"Der Herbst ist da", gleichfalls ehrenamtlich als Singpate in musikalischer Mission unterwegs ist Michael Alföldy. "Singen ist doch ,Kinderleicht'" heißt das Projekt, bei dem er sich ganz nach dem Motto: "Singen ist Kraftfutter für Kindergehirne und Balsam für ihre Seele" über mangelnde Mitstreiter auch heute nicht beklagen muss.

"Foul!", der zwölfjährige Jeve aus Bosnien, ansonsten Stürmer in der D-Jugend eines Salacher Fußballvereins, geht heute voll und ganz in der Rolle des Schiris auf. Unter dem wachsamen Auge von Rolf Hansmann widmet sich eine Handvoll Jungs dem Männer-Lieblingssport schlechthin. Nach rund drei Stunden Programm haben sich die Verantwortlichen als Abschluss noch einen Lichtertanz sowie ein herbstliches Feuer im Garten einfallen lassen. Möglich war das kostenfreie Angebot dank der Unterstützung der Lokalen Agenda 24 Göppingen sowie der Kreissparkasse Göppingen, letztere finanziert seit Jahren die Theateraufführungen.

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