GEDANKEN ZUM SONNTAG: Eine Woche Kar

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    Karwoche: Klage über Christi Tod und Zeit der Verwandlung.Foto: Herbert Geiger
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Nun am Ende dieses unendlich langen Winters eine Woche Kar.

Karwoche: im Wortsinn eine Klagewoche, eine Trauerwoche.

Wir beklagen den Tod Jesu, beklagen den Tod des Unschuldigen, beklagen, dass und wie er zu Unrecht angeklagt, gefoltert und ermordet wurde. Beklagen die Sünde der Welt, die Jesus ans Kreuz gebracht hat. - Damals in Jerusalem sind es die religiösen Führer, die Jesus wegen Gotteslästerung verfolgen. Die Ratsherren, die einen Aufstand fürchten. Die Römer, die mit Gewalt ihre Herrschaft durchsetzen.

Das Volk, das an Palmsonntag hoffend "Hosianna!" brüllt und an Karfreitag "Kreuzigt ihn!" Und die Jünger und die Frauen, deren Herz an Karfreitag zerbricht.

Karwoche.

Eine Klagewoche. Wer das Leben liebt, kann nicht anders, als laut zu klagen, wenn die Heiligkeit des Lebens mit Füßen getreten wird. Klagen wir für die Kinder in Syrien! Klagen wir für die Opfer der Kämpfe in Mali! Klagen wir für die in Fukushima verstrahlte Erde! Klagen wir für das Meer, das immer mehr Gifte und Abfall tragen muss. Klagen wir für jeden im Verkehr verletzten Menschen! Klagen wir um jeden Nächsten, der weit vor der Zeit an Krebs gestorben ist oder an Verzweiflung. Klagen wir um jeden einsamen Alten. Klagen wir für die Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Klagen wir um uns, die wir eigentlich viel mehr Liebe leben wollten, doch viel zu selten dazu kommen. Beklagen wir die Sünde der Welt. - Was beklagen Sie?

Die Karwoche: viel zu kurz, um alle Steine unserer Klage am Kreuz Jesu abzulegen. Was alles in uns aufbricht, wenn wir der Klage ums heilige Leben Raum geben! Wie viel Schmerz, wie viel Zorn - und wie viel Sich-Sehnen nach einem Leben, das geschwisterlicher ist und erfüllter, weil es tiefer eingebunden ist in die Heiligkeit des Lebens! - Unsere Klage bringt uns zu dem, was wir lieben. Die Karwoche bringt uns zu unseren tiefen Wünschen, zu dem, was wir brauchen von Gott.

"Du verwandelst meine Klage in einen Tanz!" singt der Beter in Psalm 30.12. Die Karwoche bringt uns Ostern. Was wir Gott klagen, kann von Gott verwandelt werden. Das ist der Unterschied zwischen der Klage und der Resignation: Wer resigniert, verstummt. Wer seiner Klage Worte gibt, bleibt verbunden mit Gott. Mit dem Gott, der aus den Steinen unserer Klage Räume baut für neues Leben. Mit dem Gott, der nach dem Winter alles neu zum Blühen bringt. Mit dem Gott, der die zerbrochenen Herzen der Jünger und der Frauen an Ostern wieder heilt - und ihnen in der Begegnung mit dem Auferstandenen neuen Mut und neue Gemeinschaft und neues Leben schenkt.

Nehmen wir uns jetzt die Zeit. Karzeit. Klagezeit. Verwandlungszeit.

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