GEDANKEN ZUM SONNTAG: Die Kraft des Lachens

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Eine Minute, die man lacht, verlängert das Leben um eine Stunde, das behaupten zumindest chinesische Weise. Auch unser Kulturraum kennt die heilende Wirkung des Lachens, wir sprechen vom Lachen als beste Medizin und halten es für äußerst gesund.

Humor gilt als ein zentraler Faktor, der die Seele schützt und stabil hält in den Belastungen, die auf sie einströmen. Sind wir im Stress, spannen wir unsere Muskulatur vielfältig an, beim Lachen lassen wir los. Gerade in den Tagen um Fasching herum suchen viele Menschen diesen Effekt der Ausgelassenheit.

Ich entlasse mich selbst aus meinen normalen Alltagsbezügen und spiele eine ganz andere Rolle, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Vielleicht ist das gerade auch der wichtige Nebeneffekt beim Lachen: Ich lasse die Anstrengung und Pflicht für einen Moment los, rein körperlich, vom Zwerchfell aus. Der Blutdruck sinkt, Glückshormone überschütten mich, das Immunsystem wird gestärkt. Es leuchtet ein, dass es uns allen gut täte, mehr zu lachen! Eine Nebenwirkung hat das Ganze allerdings, wie alles eben: Wenn Sie viel lachen, werden Sie mit der Zeit unweigerlich Lachfalten bekommen. Die oben aufgeführte Anti-Aging-Wirkung des Lachens hat also doch auch ihre Grenzen.

Ob Jesus gelacht hat, ist in der Bibel nicht explizit notiert. Ich bin davon überzeugt, denn wir können über ihn lesen, dass er einfühlend, zugeneigt, manchmal auch wütend, erschöpft und sogar verzweifelt war. Warum sollte bei der ganzen Palette der Gefühle gerade das Lachen gefehlt haben? Und wie er mit den Pharisäern umging, die ihn immer wieder auf die Probe stellen wollten, zeugt zumindest auch von einem subtilen Humor.

Martin Luther sagte einmal: Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen. Natürlich ist da auch Schmerz, Angst und Zweifel, aber es gibt in Gottes Nähe immer auch diese Momente, in denen wir das, was uns als Menschen einzwängt und begrenzt, für einen Augenblick zur Seite legen können, loslassen und befreit ausruhen können. Vielleicht ist uns das Lachen gerade dafür geschenkt?

Ein Lächeln verbindet außerdem uns Menschen untereinander, stellt eine freundliche Verbindung her zwischen uns, die oft bis ins Herz geht. Gerade Menschen, die wenig zu lachen haben, spüren diese Kraft des Lachens besonders stark.

Zurzeit lassen sich im katholischen Dekanat wieder eine große Anzahl an Menschen für Besuche bei Kranken ausbilden. Sie machen sich auf den Weg, in deren begrenzte Lebenswelt einzutreten, mitzufühlen und Licht und Wärme mitzubringen. Vielleicht werden sie mit den Kranken auch hin und wieder lachen, ganz bestimmt aber zumindest ein Lächeln hinterlassen, wenn sie wieder gehen. Und das kann unser Leben ja verlängern, wie gesagt. Haben Sie denn heute schon genug gelacht?

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