GANZ UNTER UNS vom 4. Januar

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Helmut Scheuing an seinem Arbeitsplatz in der Beilagenredaktion.

Trauer um Helmut Scheuing

Der frühere Chefredakteur der Südwest Presse, Ulrich Wildermuth, schrieb über ihn als "eine Säule des Hauses, auf vielen Feldern erprobt, Zuverlässigkeit und Solidität in Person": Helmut Scheuing. Am Neujahrstag ist der langjährige Redakteur und Chef vom Dienst und spätere Leiter der politischen Redaktion der NWZ und Chef der Beilagenredaktion der Ulmer Südwest Presse im Alter von 84 Jahren gestorben. Im November 1946 kam Scheuing, das Abitur gerade in der Tasche, zur NWZ nach Göppingen. Dort wollte der gebürtige Maulbronner das Journalistenhandwerk lernen und begann sein Volontariat. Verleger und Chefredakteur Fritz Harzendorf erkannte bald das Talent des jungen Mannes und schickte ihn für einige Monate nach München auf die Journalistenschule. Nach der Lehrzeit wurde er als Lokalredakteur in die NWZ-Redaktion aufgenommen, avancierte später dort zum Chef vom Dienst. Ab 1972 leitete er dann die Nachrichtenredaktion und befasste sich vor allem mit den Themen für die die "Dritte Seite", dem heutigen "Brennpunkt". Zwei Jahre später, als die NWZ von der Südwest Presse übernommen wurde, wechselte Scheuing nach Ulm, das ihm schon aus Schülertagen vertraut war. Zunächst war Scheuing dort in der politischen Redaktion tätig. Der passionierte Schach- und Skatspieler war im Urteil stets bedächtig, in den Konferenzen warnte er vor zu schnellen Erwartungen und zu großen Hoffnungen bei politischen Prozessen - zum Beispiel bei der Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Auch in der größten Hektik des Berufsalltages blieb Scheuing gelassen und freundlich. Mit ihm konnte man keinen Streit bekommen - selbst wenn die Meinungen noch so weit auseinander gegangen wären. Mit 55 erlitt Scheuing einen schweren Herzinfarkt, von dem er sich nur langsam wieder erholte. Dieser Einschnitt zwang ihn, kürzer zu treten. In Ulm übernahm er die Leitung der Beilagenredaktion der Südwest Presse und konnte damit Aspekte behandeln, die am Rande der Tagesaktualität angesiedelt waren, in denen aber die Themen der Zeit sich sehr wohl widerspiegelten. 1992 ging Helmut Scheuing in den Ruhestand und hielt danach noch viele Jahre und so lange sein Gesundheitszustand es erlaubte, Kontakt zu seinen Kollegen in Göppingen und Ulm.

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