Fußballer verstehen sich wortlos

40 Schüler unterschiedlicher Herkunft haben an der Walther-Hensel-Schule das gleiche Ziel: Den 1. Platz im Fußballturnier, das die 5. und 6. Klassen und die Vorbereitungsklasse austrugen.

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Aus fünf verschiedenen Klassen stammten die Mannschaften, die beim Fußballturnier gegeneinander antraten. 15 verschiedene Nationalitäten waren vertreten.

"Der Nachmittag war ein tolles Erlebnis", resümiert Beate Wagner, Mitarbeiterin bei SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen und zuständig für die sozialpädagogische Begleitung der Vorbereitungsklasse. Aus fünf verschiedenen Klassen stammten die Mannschaften, die gegeneinander antraten. 15 verschiedene Nationalitäten waren vertreten. Zu dieser großen Vielfalt trugen vor allem auch die Spieler der Vorbereitungsklasse bei. In dieser Klasse werden Mädchen und Jungen, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben und über geringe Deutschkenntnisse verfügen, durch verstärkten Sprachunterricht auf den Unterricht in den Regelklassen vorbereitet. Einige der Schüler, die beim Turnier antraten, leben erst seit wenigen Wochen in Deutschland. Sie verstehen wenig, können sich noch kaum ausdrücken. Aber Fußball spielen können sie.

"Es ist unglaublich, wie kulturelle und sprachliche Barrieren im gemeinsamen Fußballspiel nahezu bedeutungslos werden", zeigt sich Beate Wagner begeistert. Schüler, deren Unterrichtssituation eher durch Lustlosigkeit und Frustration gekennzeichnet ist, laufen im Turnier zu Hochformen auf, bringen Einsatz, zeigen Freude am gemeinsamen Tun, erleben Erfolge.

Die Atmosphäre während des Turniers war sehr gut. Natürlich blieben auch hitzige Diskussionen um taktische Fehler und verpatzte Spielzüge nicht aus. Dank des engagierten Einsatzes zweier Schüler aus Klasse 9 konnten jedoch sämtliche Kontroversen um Schwalben, übersehene Handspiele und unzulässige Spielzüge geklärt werden. Die zwei Unparteiischen, die an der Schule auch als Streitschlichter tätig sind, beeindruckten durch ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Souveränität.

Die Idee zum Fußballturnier war im Gespräch der Sozialarbeiterin mit einer Gruppe Sechstklässler entstanden. Ausgangspunkt war die Frage nach integrationsfördernden Aktivitäten für und mit Schülern aus der Vorbereitungsklasse. Die zunächst drei, später fünf Sechsklässler waren entschlossen, ein Fußballturnier für die und mit der Vorbereitungsklasse zu organisieren. Und sie haben es organisiert.

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