Führungswechsel im Göppinger Finanzamt

Bei einer Amtsübergabe darf auch gelacht werden. Zumindest beim Führungswechsel im Göppinger Finanzamt wars so. Der wurde gestern in der Stadthalle vollzogen. Friedrich Hees geht - Michael Birk kommt.

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Gruppenbild mit Dame: (v. l.) Oberfinanzpräsidentin Andrea Heck, der neue Chef des Göppinger Finanzamts, Dr. Michael Birk, sein Vorgänger Friedrich Hees und Ministerialdirektor Wolfgang Leidig in der Stadthalle.  Foto: 

Und da behaupte noch einer, die öffentliche Finanzverwaltung gehe spaßfrei durchs Leben. Von wegen. Auch wenn es um die trockene Materie des Steuerrechts und das ernste Thema Steuerhinterziehung geht, kann es Platz für Humor geben. Das wurde gestern im vollbesetzten Klosterneuburg-Saal der Stadthalle deutlich. Zwar hatte die Führung im Göppinger Finanzamt schon im Dezember gewechselt. Die offizielle Verabschiedung des langjährigen Behördenleiters Friedrich Hees in den Ruhestand und die Amtseinführung von Nachfolger Dr. Michael Birk fanden trotzdem jetzt erst statt.

Und schon der Auftritt von Oberfinanzpräsidentin Andrea Heck machte den Gästen, darunter viele Mitarbeiter des Finanzamts Göppingen, gute Laune. So legte Heck Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der anwesenden Musikkapelle der Oberfinanzdirektion Karlsruhe um ehrenamtliche Musiker handele. "Wir leisten uns kein professionelles Finanzmusikkorps", sagte Heck. Händels "Feuerwerksmusik" klang trotzdem professionell. Als Heck ein Grußwort von Heidi Hirschmann, der Vorsitzenden des Personalrats des Göppinger Finanzamts, ankündigte, brandete besonders starker Applaus in der Stadthalle auf. Heck meinte: "Auf Ihre Rede bin ich besonders gespannt."

Ministerialdirektor Wolfgang Leidig aus dem Finanzministerium sprach über die Herausforderungen durch viele technische Neuerungen wie zum Beispiel die elektronische Steuererklärung. Leidig würdigte die Verdienste von Friedrich Hees, der mehr als 20 Jahre Vorsteher des Göppinger Finanzamts war, und stellte Nachfolger Michael Birk vor. Er versuchte es zumindest - denn plötzlich hielt Leidig inne und stellte fest: "Mir fehlt ein Blatt." Die Veranstaltung wurde unterbrochen, der vorausschauende Ministerialdirektor verließ die Bühne und ließ sich von einem Mitarbeiter einen "zweiten Satz" seiner Rede geben. Und die war vollständig. "Wir können weitermachen", sagte Leidig - die Heiterkeit im Saal war groß.

Friedrich Hees, der 38 Jahre in der Finanzverwaltung tätig war, unterschritt seine auf fünf Minuten begrenzte Redezeit und meinte: "Mein großer Erinnerungs- und Erfahrungsschatz bleibt dem nächsten Pensionärstreffen vorbehalten." Hees dankte seiner Frau ausdrücklich nicht dafür, "dass sie mir all die Jahre den Rücken frei gehalten hat". Seine Frau habe ihm nämlich "verboten, das zu sagen", meinte er. Lachen im Saal. Auch Nachfolger Michael Birk dankte seiner Frau - allerdings ganz offiziell. "Sie hat mir nicht verboten, das zu sagen, denn ich habe gar nicht gefragt." Vergnügen im Publikum.

Oberbürgermeister Guido Till hieß den "Neuen" in Göppingen willkommen und unterstrich die Bedeutung des Finanzamts für die Stadt. Der neue Chef stammt aus Kirchheim/Teck, ist 46 Jahre alt, arbeitete zehn Jahre im Finanzministerium und leitete vor seiner Versetzung nach Göppingen zwei Jahre lang das Finanzamt in Backnang. Birk freut sich auf die neue Aufgabe und kündigte ein "offenes Ohr" für die Anliegen der Mitarbeiter an.

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