Frisch Auf im Streit mit der AfD

Nach der AfD-Wahlparty in der Vereinsgaststätte greift der Frisch-Auf-Präsident die Partei scharf an und distanziert sich von Extremisten.

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Die Wahlparty der AfD in der Frisch-Auf-Gaststätte am vergangenen Sonntag hat ein Nachspiel. Nach Protesten von Fans hat der Präsident des Göppinger Traditionsvereins eine öffentliche Stellungnahme veröffentlicht. Das Präsidium des Vereins habe erst am Montagmorgen aus unserer Zeitung von der Veranstaltung in der Vereinsgaststätte erfahren, schreibt Thomas Lander.

„Das Präsidium von Frisch Auf Göppingen distanziert sich klipp und klar von allen Extremisten, egal ob von rechts oder links“, betont der Vereinspräsident. Im Präsidium, im Vereinsrat und in den Abteilungen des Vereins trieben Menschen aus rund 40 Nationen friedlich und freundschaftlich zusammen Sport. „Die TPSG Frisch Auf Göppingen hat während der Flüchtlingskrise offensiv Hilfe angeboten und diese auch geleistet. Es wurden von verschiedenen Abteilungen Flüchtlinge aufgenommen und integriert“, schreibt Lander und verweist darauf, dass der Verein für sein Engagement auch mehrfach von Sportverbänden und öffentlichen Institutionen ausgezeichnet worden sei.

Um so mehr erbost ihn, dass die rechtspopulistische AfD nun in den Räumen der Gaststätte, die an ein Ehepaar verpachtet ist, gefeiert hat. „Wir verurteilen auf das Schärfste das Vorgehen der AfD, die die Räumlichkeiten zunächst unter dem Vorwand einer privaten Feier gemietet hat und erst später bekanntgab, dass es eine Wahlparty ist“, sagt Lander.

AfD spricht von Skandal

Der neu gewählte AfD-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Volker Münz weist diesen Vorwurf zurück. „Mein Kenntnisstand ist der, dass die Wirtin Bescheid wusste.“ Zumal vor dem Abend auch organisatorische Dinge wie der Aufbau und die Wlan-Verbindung besprochen worden seien und die AfD bereits vor vier Jahren in der Gaststätte ihre Wahlparty feierte. Hart geht Münz nun mit dem Frisch-Auf-Präsidenten ins Gericht: „Ich halte es für einen Skandal, wenn man jetzt versucht, die Wähler zu beschimpfen. Ich glaube, ein Traditionsverein kann sich das nicht leisten, Lander soll sich gut überlegen, was er macht.“ Münz gibt dem Verein mit auf den Weg: Die sollen gucken, dass sie ihre spielerischen und sportlichen Dinge auf die Reihe kriegen und sich nicht in die Politik einmischen.“

Auch die Pächterin nahm am Donnerstag Stellung zu dem Streit. „Wir wussten, dass es eine Wahlparty ist, aber nicht von welcher Partei“, sagte sie. Künftig wolle sie nicht mehr an die AfD vermieten: „Sicherlich nicht.“ 

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Kommentare

29.09.2017 17:09 Uhr

Antwort auf „Kauft nicht bei Juden”

Was für ein schwachsinniger und völlig an der Geschichte vorbeigehender Vergleich.

Die Juden waren vor und während dem Dritten Reich der Sündenbock und wurden millionenfach ermordet.

Hier jetzt eine Brücke zu einem Verein zu schlagen, der immer noch - dank Hausrecht - die Freiheit hat zu entscheiden ob er eine populistische Partei in seiner Vereinsgaststätte haben möchte oder nicht.


Und kaum ist die Wahl durch und ein Bundestagsmandat errungen, schon werden Drohungen ausgesprochen - nur weil jemand von seinem Hausrecht gebraucht man ... so sieht also die neue Demokratie aus.

Ohne Worte!

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28.09.2017 15:50 Uhr

Kauft nicht bei Juden

Da war doch schon mal was, wenn ich mich nur erinnern könnte. Solche Boykottaufrufe haben in Deutschland ja eine gewisse Tradition. Aber natürlich sind sie bei der AfD gut und lobenswert, weil politisch korrekt. Aber stellen wir uns mal vor, man würde bei anderen Gruppen zum Boykott aufrufen. Da wäre die Hölle los...

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