Freies Surfen soll die Göppinger City erobern

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Sich mit dem Handy in ein freies Drahtlosnetzwerk einloggen – Das ist nicht nur für Jugendliche wichtig. Die Stadt Göppingen hat nun angekündigt, flächendeckendes W-Lan zu schaffen. Foto: Staufenpress  Foto: 

Das Ziel eines offenen W-Lans wird von der Verwaltung mit Nachdruck verfolgt.“ Das war ein Satz aus der Stellungnahme der Stadt auf einen Haushaltsantrag der Fraktion von Linken und Piraten (Lipi). Die Stadt sei seit längerem an dem Thema dran, hatte Oberbürgermeister Guido Till verkündet. Nur wenige Tage zuvor hätten sich mehrere städtische Dienststellen bei einer Arbeitssitzung mit dem Thema befasst, berichtete der Rathauschef.

Ergebnis: Die Stadtverwaltung sagt zu, dass bis in zwei Jahren kostenloses, frei zugängliches und drahtloses Internet in der Innenstadt flächendeckend zur Verfügung stehen wird. „Lassen Sie uns diese Zeit. Schneller kriegen wir es nicht hin“, meinte Guido Till. Ein flächendeckendes W-Lan-Netz in der City sei eine komplexe Angelegenheit. Wegen der nötigen Sendepunkte seien beispielsweise Verhandlungen mit privaten Immobilienbesitzern nötig. Das brauche einfach Zeit, sagte Till. Man habe aber die Energieversorgung Filstal (EVF) als Partner gewonnen.

Derzeit ist in der  Göppinger Innenstadt auf dem Marktplatz freies W-Lan verfügbar. Dafür ist allerdings ein Passwort nötig. Der Nutzer muss sich also einmalig registrieren, um mit Tablet-Computer oder Smartphone eine Netzverbindung herzustellen. Genau diese Prozedur wollen die Lokalpolitiker künftig nicht mehr. „Es ist sicherzustellen, dass die Zugänge anonym  und ohne Registrierung nutzbar sind“, hieß es im Antrag der Lipi-Fraktion. Michael Freche (Piraten) erklärte sich mit der Antwort der Stadt und der Zusage, das Netzwerk innerhalb von zwei Jahren ohnehin flächendeckend anzubieten, zufrieden.

Bisher stehe die Stadt mit dem Projekt aber noch am Anfang, erklärte Pressesprecher Olaf Hinrichsen gestern. Deshalb sei noch nicht im Detail klar, wie viele der vom OB angesprochenen Sendepunkte man einrichten muss. Außerdem wolle man die weitere Rechtsprechung abwarten, um die Frage zu klären, ob ein W-Lan-Netz mit oder ohne Registrierung eingerichtet werden kann.

Die Lipi-Fraktion findet: „Die Stadt Göppingen muss die veränderte Gesetzeslage nutzen, um die Attraktivität der Innenstadt durch frei verfügbares W-Lan zu erhöhen.“ Hintergrund ist die sogenannte Störerhaftung, bei der der jeweilige W-Lan-Anbieter für verbotene Aktivitäten der Internet-Nutzer, beispielsweise Urheberrechtsverletzungen, zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Das deutsche Telemdiengesetz wurde im Juli geändert und das Providerprivileg für W-Lan-Anbieter betont. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Abschaffung der Störerhaftung nicht explizit im Gesetz erwähnt werde. Damit sei keine echte Rechtssicherheit für die Anbieter freier Funknetze erreicht.

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