Ferienjob statt Freibad?

Auch im Landkreis Göppingen nutzen viele Schüler die Sommerferien, um sich etwas zum Taschengeld dazuzuverdienen. Dies ist nicht immer einfach, einige scheitern schon bei der Suche nach einem Job.

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Aller Anfang ist schwer. Zwar erfordern die Aufgaben im Ferienjob keine lange Einarbeitungszeit, sie sind deswegen jedoch nicht minder anstrengend.  Foto: 

. Wer möchte schon die Gelegenheit verpassen, sich in den langen Sommerferienwochen etwas dazuzuverdienen? Viele Schüler genießen ihre freie Zeit nicht nur im Freibad, sondern arbeiten mehrere Stunden täglich, um ihr Taschengeld aufzubessern. Die Freizeit so einzuschränken, kann sich lohnen, doch viele Schüler scheitern bereits auf ihrer Suche nach einem Ferienjob. "Ich würde gerne arbeiten, aber ich finde einfach nichts", sagt die 16-jährige Melina. Wie gelangt man also an einen Ferienjob?

Die Arbeitsagentur verweist auf die "Jobbörse", ein Internetportal, das den direkten Zugang zum Arbeitgeber ermöglicht. Die Angebote können dort mit wenigen Klicks aufgerufen werden. Es ist so einfacher, sich einen Überblick über die momentane Arbeitsplatzsituation in der Region zu verschaffen. "Wichtig ist, dass man möglichst früh mit der Jobsuche beginnt", erklärt eine Sprecherin des Arbeitsamtes. Die Aushilfsjobs seien schnell vergriffen. Deswegen gebe es in der Behörde auch nicht die Möglichkeit, sich direkt für einen Ferienjob zu bewerben. Beraten wird man trotzdem. Ist man also unsicher, wie eine Jobsuche vonstatten geht, lohnt sich ein Besuch.

Die Arbeitsagentur rät außerdem, die Jobs "mit Blick in die Zukunft" zu wählen. "Man sollte sich einen Arbeitsplatz suchen, den man sich sowieso vorstellen könnte, damit man später eine Ausbildung in diesem Berufsfeld machen kann", so die Sprecherin.

Diesen Weg kann man gehen, indem man Firmen direkt auf ihre Angebote anspricht. Es empfiehlt sich jedoch auch hier, sich möglichst früh um eine Beschäftigung zu kümmern. "Wir bieten Ferienjobs an, aber in begrenztem Umfang", lautet die Auskunft des Unternehmens Schuler aus Göppingen. Im Landkreis Göppingen gibt es immer weniger Unternehmen, die Ferienjobs vergeben. Von zahlreichen kontaktierten Betrieben vergibt nur eine Handvoll Jobs an Schüler. Die ohnehin limitierten Angebote sind in den letzten Wochen vor Ferienbeginn oft schon vergriffen.

Wenn ein Elternteil allerdings in einer größeren Firma angestellt ist, sind die Kontakte bereits geknüpft und der Einstieg wird für den Sohn oder die Tochter leichter. "Man geht oft dorthin, wo der Vater arbeitet", so die Sprecherin der Arbeitsagentur. Viele Unternehmen stellen grundsätzlich nur noch Angestelltenkinder ein.

Hat man nicht das Glück zu diesem Kreis zu gehören, ist es ratsam, die Voraussetzungen für einen Aushilfsjob bei einem größeren Unternehmen zu kennen. In der Regel ist dies nicht der Führerschein oder eine bestimmte Ausbildung. Entscheidend ist meist das Alter. Nur wenn man über 16 Jahre alt ist, ist eine Bewerbung bei Fabriken und größeren Firmen sinnvoll. Ist man jünger, sollte man sich eher bei einer Agentur bewerben, die Zeitungsausträger vermittelt, oder in kleinen familiären Betrieben anfragen.

Doch was erwartet einen Schüler, wenn er dann seine Stelle antreten darf? Grundsätzlich gehe es um Aufgaben, die keine lange Einarbeitungszeit erfordern, jedoch nicht minder anstrengend sind, informiert die Kunstgießerei Strassacker in Süßen. "Nach meinem ersten Arbeitstag war ich erstmal platt. Da kann man nichts anderes mehr machen, als ins Bett zu fallen", gesteht der 16-jährige Nico, der bei einem kleinen Familienbetrieb untergekommen ist. Motivation, Durchhaltevermögen und eine frühe Bewerbung sind also wichtige Voraussetzungen, um den Grundstock für das eigene kleine Vermögen zu legen. Doch selbst wenn man alles perfekt vorbereitet hat, ist der Ferienjob längst noch nicht sicher. Ein bisschen Glück gehört bei der Suche auch dazu.

Die Arbeitserlaubnis ist an Bedingungen geknüpft

Ab 13 Jahren: Mit Zustimmung der Eltern darf man bei der Kinderbetreuung in privaten Haushalten helfen oder Prospekte und Zeitungen austragen.

Wichtig ist, dass die Tätigkeit das Kindeswohl nicht gefährdet. Auch darf eine tägliche Arbeitszeit von zwei Stunden nicht überschritten werden.

Ab 15 Jahren: Ab 15 darf man in den Ferien arbeiten, allerdings höchstens vier Wochen im Kalenderjahr, nicht mehr als acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich.

Gesetz Die Regelung geht aufs deutsche Jugendarbeitsschutzgesetz zurück.

SWP

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