Ferienbetreuung: Stadt bessert nun doch nach

Nach heftiger Kritik gibt es einen Kompromissvorschlag für spätere Anmeldungen.

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Nach heftigen Eltern-Protesten gegen die vom Gemeinderat beschlossene Neuregelung der Ferienbetreuung an Göppinger Schulen hat  die Stadt gestern eingelenkt und einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Dabei hatte es noch am Freitag so ausgesehen, als wolle die Stadt an der beschlossenen Neuregelung festhalten: Dann hätten Eltern ihre Kinder schon zum 1. Oktober des Vorjahres für eine Ferienbetreuung an den Schulen anmelden müssen.

Nun die Kehrtwende: In einer gestern Nachmittag verbreiteten Pressemitteilung heißt es: „Die Stadt Göppingen verfolgt ihr Ziel weiter, die Ferienbetreuung für Schulkinder qualitativ zu verbessern. Dabei wird sie Anregungen aus der Elternschaft und der Wirtschaft sowie der FDP/FW-Fraktion aufgreifen und die Anmeldefrist für die Pfingst- und Sommerferien verlängern.“ Dem für den Beschluss zuständigen Gemeinderat werde ein neuer Vorschlag unterbreitet: Eine Betreuung in den Herbst-, Fasching- und Osterferien muss weiterhin bis zum 1. Oktober angemeldet werden, für die Betreuung in den Pfingst- und Sommerferien haben die Eltern bis zum 1. Februar Zeit. Einen fast gleichlautenden Kompromissvorschlag hatte zuvor die FDP/FW-Fraktion ins Spiel gebracht.

„Wir streben ein Höchstmaß an Verlässlichkeit für die Eltern sowie zugleich eine hochwertige Betreuung an“, erläutert die Erste Bürgermeisterin Almut Cobet den Hintergrund. „Die Betreuung wird künftig zuverlässig und unabhängig von einer Mindestzahl durchgeführt.“ Außerdem werde dieses freiwillige Angebot der Stadt für die Kinder bis zum Übergang in Klasse 6 ausgeweitet. Das Mittagessen ist künftig auch für einzelne Wochentage buchbar. „Damit wir die qualifizierte Ferienbetreuung aber verbindlich zusagen können, auch wenn keine acht Kinder stadtweit eine Betreuung buchen, brauchen wir einen gewissen Vorlauf.“ Außerdem müssten die entsprechenden Räume freigehalten werden, was beim Reinigungs- und Sanierungsplan der jeweiligen Schulen zu berücksichtigen sei, so die Argumente.

An der ursprünglich angedachten Anmeldefrist 1. Oktober für das gesamte Jahr war kritisiert worden, dass die Urlaubsplanung in vielen Firmen erst im Januar verbindlich geregelt werde. „Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst und greifen sie auf“, so Almut Cobet.

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Kommentare

11.07.2017 17:40 Uhr

Nachbesserung zum Thema Ferienbetreuung

Schön, dass die Stadtverwaltung sich bei diesem Thema zumindest geregt hat.

Lt. meiner Betriebsvereinbarung werden Urlaube (für Sommer- und Winterferien) aber erst abschließend zum 31. März genehmigt, insofern hilft mir der jetzt geäußerte Kompromiss bis zum 1. Februar des Jahres für die Sommerferien die Planung abgeschlossen zu haben, wenig.

Es geht ja nicht einzig und alleine darum, dass ich nicht planen möchte, sondern das eine Genehmigung durch meinen Arbeitgeber erst dann erfolgt. Die sich daraus ergebenden Änderungen an meiner Planung, die ja schließlich auch noch mit meinen Kollegen abgesprochen werden muss, habe ich bis dahin nicht in der Hand, selbst wenn ich wollte.

Das dieser Umstand - der ja nicht alleine mich, sondern alle oder die meisten Arbeitnehmer betrifft - nicht bei der Terminfestsetzung durch die Stadt berücksichtigt wird, ist nicht akzeptabel. Da hilft auch dieser halbherzige Kompromiss nicht weiter.

Ich möchte hier als Beispiel die jetzige Situation anführen: Wir haben vor über 6 Wochen unseren Antrag auf Ferienbetreuung für unsere Kinder für die kommenden Sommerferien an die Stadt Göppingen gerichtet. Gestern sind wir auf Anfrage vorab informiert worden, dass die Betreuung für unsere Kinder klappen wird, auch der Ort ist bereits genannt worden, aber dass die schriftliche Bestätigung noch bis Ende der Woche wird.

Ich frage mich ernsthaft, ob eine verbindliche Planung a. soweit im Voraus sinnvoll ist und b. wie flexibel sich die Stadt bei auf diese lange Sicht geplanten Zeiten sich ergebenden Änderungswünschen zeigen wird.

Michael Küsters
Göppingen

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