Fachtagung: Das harte Brot des Bauern

Grünland prägt das Landschaftsbild im Kreis erheblich. Wie die Landwirte mit Obstwiesen, Hängen und geschützten Flächen klarkommen, war Thema beim ersten landesweiten Grünlandtag im Kreis.

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Neues aus der Agrarforschung: Hier geht es um Tierfutter - eine der Stationen des landesweiten Grünlandtags bei Hattenhofen.  Foto: 

"Überraschend grün" - so präsentierte Landrat-Vize Jochen Heinz den Stauferkreis den rund 200 Teilnehmern des 23. Grünlandtags in der Zeller Gemeindehalle. Denn der Anteil von Grünland an landwirtschaftlicher Fläche liege mit 56 Prozent weit über dem Durchschnitt von 38 Prozent. Zu diesen 18.000 Hektar gehören die Baumwiesen des "Schwäbischen Streuobstparadieses". Grünland präge den Albaufstieg, lobte auch Wolfgang Reimer vom Ministerium für Ländlichen Raum. Es sei wertvoll für die Artenvielfalt, schütze gegen Erosion und sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Die Landwirtschaft braucht das Gras. Es bringe 60 bis 80 Prozent des Grundfutters für die 23.000 Rinder, 10.500 Milchkühe und 1600 Mutterkühe im Kreis, erläuterte Julian Schmidt vom Milchviehberatungsdienst in Göppingen. Die Devise heißt: normale Wiesen möglichst viel nutzen, sagt Professor Martin Elsäßer vom Landwirtschaftlichen Zentrum Aulendorf. "Mit jedem Schnitt steigt der Energiegehalt."

Landwirt Ulrich Ilg aus Hattenhofen tut das. Er mäht an die 50 Hektar Wiesen und Streuobstwiesen vier bis fünfmal im Sommer. Ein hartes Brot. Um 1240 Obstbäume muss er rumkurven, er braucht extra Gerät: Heckmäher und Einkreiselschwader, einen Ladewagen mit zusätzlichem Aufbau, ein kleines Düngefass für enge Baumgassen. Hinzu kommt: "Um die Bäume rum wächst nicht das beste Gras." Auf freier Wiese kämpft er mit Unebenheiten. All das heißt: "Mehr Arbeit, mehr Zeitaufwand." Außerdem muss er die Gemeine Rispe, ein Gras ohne Nährwert, mit Striegel auslichten. Vorteile sieht er auch: die geringe Pacht der Obstwiesen, die Förderung für das Ausmähen an Bäumen. Wobei die 2,50 Euro pro Baum zu wenig seien, kritisierte ein Bauer aus Münsingen. Und Ilg findet die ganze Richtung der Grünland-Zuschüsse falsch. Man solle die intensive Nutzung fördern.

Das geschehe auch, sagt Reimer, aber abnehmend. Die Politik wolle dafür das schwierige Grünland mehr fördern. Die Schere werde weiter auseinandergehen. Zu gering findet auch er das Baumgeld. Man müsse abwarten, ob es Spielraum nach oben gebe. Für mittlere Steillagen gebe das Land Zuschüsse, nachdem die EU sie gestrichen habe.

Die Verwertung des extensiv genutzten Grünlands hat Schwankungen, stellt Schmidt fest. Der Milchwirtschaft bringen die artenreichen und geschützten FFH-Wiesen nur 10 bis 15 Prozent Futteranteil, sagt Elsäßer. Viel geht in die Pferdewirtschaft. Aber die Giftpflanzen Herbstzeitlose und Jakobskreuzkraut wollen bekämpft sein. Ampfer kann sich auch breitmachen, lockert aber immerhin den Boden. In Owen wird geforscht, warum sich FFH-Mähwiesen verschlechtern können, berichtet Dr. Ulrich Thumm.

Warum Stallhaltung, wenn es auch anders gehe: Dr. Thomas Jilg plädiert für mehr Weidehaltung. Die sei durchaus wirtschaftlich. Für Landwirt Ulrich Ilg aber kein Thema. "Wir haben keine Weiden am Stall." Ulrich Beißwenger aus Pliensbach hat das auch nicht, betreibt aber immerhin eine Jungviehweide. Wenn er die Weiden für das Milchvieh hätte, würde er darüber nachdenken. Aber er sieht auch Gefahren: Dass Tiere ausbrechen und Schaden heraufbeschwören können. Für den Obmann der Hattenhofer Landwirte, Georg Ilg, passt Weidehaltung für den hiesigen Raum nicht. "Da braucht man zusammenhängende Flächen. Wir haben Realteilung."

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