EVF startet ins digitale Zeitalter

Der Rohbau ist fertig, die Tage des Baukrans sind gezählt: Am Mittwoch wurde am neuen EVF-Rechenzentrum im Stauferpark Richtfest gefeiert.

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Im Mai war der Spatenstich, am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert: Der Neubau des EVF-Data-Centers im Göppinger Stauferpark nimmt Gestalt an.  Foto: 

Die Energieversorgung Filstal (EVF) bricht in das digitale Zeitalter auf: Nach dem symbolischen ersten Spatenstich im Mai wurde am Mittwoch beim Neubau des EVF-Data-Centers im Göppinger Stauferpark Richtfest gefeiert. Damit sei der nächste Meilenstein planmäßig erreicht worden, sagte Geschäftsführer Dr. Martin Bernhart. Die geladenen Gäste feierten die Fertigstellung des Rohbaus bei winterlichen Temperaturen mit Maultaschen und warmen Getränken. Während die Besucher fröstelten, meinte der EVF-Chef schmunzelnd: „Für einen Energieversorger ist das gutes Wetter.“

Investition von sechs Millionen

Mit dem rund sechs Millionen Euro teuren Projekt setzt die EVF,  deren Gesellschafter die Städte Göppingen und Geislingen sind, den Aus- und Aufbau ihrer neuen Geschäftsfelder fort. Der regionale Versorger bietet ein breites Portfolio an Infrastrukturanschlüssen: Strom, Trinkwasser, Erdgas und seit 2016 auch Breitbandanschlüsse. Im vergangenen Jahr hatte sich die EVF mit 49 Prozent an der Göppinger IT-Firma Imos GmbH beteiligt. Parallel dazu wurde die Energieversorgung Filstal als TK-Netzbetreiber und jetzt auch als Telekommunikationsdienstleister bei der Bundesnetzagentur registriert. Anfang 2017 habe das Unternehmen das erforderliche Sicherheitskonzept bei den Behörden vorgelegt.

Bernhart machte am Mittwoch beim Richtfest deutlich, dass es ohne neue Geschäftsfelder nicht gehe: „Es wird weniger in der Versorgung“, daher gehe das Unternehmen neue Wege und versuche, in der Telekommunikations- und Internetsparte Geld zu verdienen. „Stadtwerke 4.0 kann man sich nicht kaufen, das muss man sich erarbeiten“, meinte Bernhart und fügte hinzu: „Wir sind dran.“

Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till stieß in dasselbe Horn. Das Sprichwort „Schuster bleib bei Deinen Leisten“ ziehe bei dem regionalen Energieversorger nicht. Das Unternehmen habe mit dem Fokus auf neue Geschäftsfelder den richtigen Weg eingeschlagen, ist der Rathauschef überzeugt: „Alles, was die EVF in den letzten Jahren ausgebaut hat, hat Hand und Fuß“, betonte Till und hob die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit Imos hervor. „Hier wurde ein Stein auf den anderen gesetzt.“ Letztlich sei der Einstieg in die IT-Branche „für die heimische Wirtschaft extrem wichtig“, betonte der OB.

Bei dem Neubau im Stauferpark handle es sich um ein „Colocation Rechenzentrum“. Mit „Colocation“ bezeichne man hierbei die Unterbringung und Anbindung von Kundenservern, erläutert Geschäftsführer Bernhart. Die EVF stelle die Infrastruktur und garantiere die Sicherheit und Redundanz nach den hohen Anforderungen des TÜV. Das bedeutet, dass alle wichtigen technischen Einrichtungen mindestens zweifach vorhanden sind – von der Klimatechnik über die Stromversorgung bis hin zur zweistufigen Zutrittskontrolle. Das zertifizierte Data-Center biete künftig sogenannte Housing-Lösungen für alle, die schnell direkten Zugriff auf die eigenen Serversysteme benötigen und ihre Daten nicht irgendwo in die Cloud, also Speicherplatz über das Internet, auslagern wollen.  Das Rechenzentrum ist mit Glasfaserleitungen der IT-Firma Imos an das Internet angebunden.

Eingeweiht werden soll der Neubau im Sommer kommenden Jahres. „Dann werden auch die ersten Kunden einziehen“, blickt Bernhart in die Zukunft. Zunächst will die EVF hier mit 50 IT-Racks, also Server-Schränken, starten. Im Endausbau werde das Rechenzentrum Platz für knapp 150 IT-Racks bieten. Diese können dann komplett oder in Teilen vermietet werden.


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