Erstes Navi im Bus

Ein neuartiges System, das den Fahrer elektronisch mit Pfeilen an sein Ziel lotst, war Anfang Juni 1990 als Novum in einem Göppinger Bus zu finden: Das erste "Navi" trat im Landkreis seinen Dienst an.

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"Der Computer, der die Strecke kennt", so nannte im Juni 1990 die NWZ die verblüffende technische Neuerung, mit der man auch in fremden Städten nie die Orientierung verliert: Im Landkreis war damals das erste Navi im Einsatz.  Foto: 

"Kein 'verfranzen' mehr, keine Stadtpläne und Landkarten aus Papier mehr nötig: Dies verspricht ein neuartiges, fast unscheinbares Kästchen, genannt 'Travelpilot', das neuerdings in einem Omnibus des Ursenwanger Unternehmers Heinz Allmendinger anzutreffen ist", schrieb die NWZ am 2. Juni 1990. Auf einer Platte so groß wie eine CD waren 280 000 Kilometer deutsches Straßennetz gespeichert, dazu die Stadtpläne von mehr als 80 Großstädten. Neben dem Verkehrsnetz waren auch Fährverbindungen, Flughäfen, Hauptbahnhöfe und Fußgängerzonen gespeichert. Gemeinden, deren detailliertes Straßennetz noch nicht erfasst war, wurden als digitale Punkte sichtbar gemacht - vorausgesetzt, sie hatten mehr als 500 Einwohner. Ganz im Gegensatz zu dem heute üblichen System der Satellitennavigation bedurfte es keiner Information von außen, um den Fahrer ans Ziel führen zu können: Der Computer stützte sich auf einen eingebauten Magnetkompass sowie auf Sensoren, die die Räder abtasteten und so mittels Koppelnavigation die Position des Fahrzeugs erkennen konnten. Schon damals drehte sich der auf dem kleinen Bildschirm dargestellte Kartenausschnitt immer in die Position des Fahrers: Oben ist vorne. Dabei konnte der Fahrer zwischen verschiedenen Maßstäben wählen. Auch bei Umleitungen war manuelles Eingreifen möglich: ein Pfeil wies stets in die Richtung des gesuchten Ziels, so lange sich der Fahrer auf einer ausgeschilderten Umfahrung befand.

Ein von Satelliten abhängiges System gab es 1990 ebenfalls schon, doch erst nach dessen fertigem Ausbau mit der Installation aller heute bekannten Satelliten im Jahre 1994 war dieses Verfahren überlegen.

Was sonst noch geschah . . .

30. Mai 1990: Ein Jahr nach der Einführung der Batterierücknahme in Geschäften stellt das Amt für Abfallwirtschaft in Göppingen fest, das noch fast kein Händler davon überhaupt etwas weiß. Batterien wurden weiterhin über den Hausmüll entsorgt.

31. Mai 1990: Acht Jahre Haft wegen Totschlags lautet das Urteil beim Prozess vor der Ulmer Strafkammer gegen einen Mann, der während eines eintägigen Hafturlaubs im Oktober des Jahres 1989 seine Ehefrau in Göppingen erstochen hatte.

2. Juni 1990: Sechs Wochen vor der geplanten Wiedereröffnung der Schmalspurbahn Amstetten - Oppingen durch die Ulmer Eisenbahnfreunde bemühen sich Gleisbauer der Firma Leonhard Weiss um den 1,2 Kilometer großen Lückenschluss auf der Strecke.

SWP

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