Eröffnung Ebersbacher Kinderhaus platzt

Der Baubeginn des Ebersbacher Kinderhauses steht weiterhin in den Sternen. Die Stadt streitet mit dem Generalunternehmer um Kostennachträge. Der geplante Eröffnungstermin im September ist nicht haltbar.

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Ein Loch, und das wars vorerst. Auf der Baustelle für das Ebersbacher Kinderhaus rührt sich nichts. Generalunternehmer und Stadt streiten über Ausführung und Kosten.  Foto: 

Das Kinderhaus an der Marktschule droht für die Stadt Ebersbach zum Desaster zu werden. Das Loch für die Bodenplatte ist ausgehoben, aber auf der Baustelle rührt sich immer noch nichts. "Wir haben den Generalunternehmer in zig Besprechungsterminen darauf hingewiesen, dass nun losgelegt werden muss", sagt der Leiter des Bau- und Umweltamtes, Markus Ludwig. Vergeblich. Inzwischen steht für Ludwig definitiv fest, dass auch der bereits von Juni auf September verschobene Eröffnungstermin ums Eck ist.

Hinter den Kulissen tobt ein Streit ums Geld. Aus Gründen der Planungs- und Kostensicherheit hatte der Gemeinderat sich dafür entschieden, das Bauvorhaben an einen Generalunternehmer zu vergeben. Bei der Ausschreibung lag die Salacher Firma Holzbau Moser mit 2,4 Millionen Euro klar vor der Konkurrenz. "Wir haben extra nachgehakt, ob der Preis richtig kalkuliert ist", betont Ludwig. Denn aus den zehn Angeboten habe sich ein breites Mittelfeld herauskristallisiert mit Kostenberechnungen zwischen 2,7 und 2,9 Millionen.

Streit um die Zuständigkeit bei der Statik

Auf diese Summe steuert das Kinderhaus nun auch tatsächlich zu. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt habe das Salacher Unternehmen Nachforderungen in der Größenordnung von rund 130.000 Euro gestellt. Unter anderem soll die Kommune 80.000 Euro mehr für aus statischen Gründen notwendige Änderungen an Fenstern hinblättern. Die Stadt weist die Forderungen von sich. Laut Ausschreibung sei der Generalunternehmer für die Statik zuständig. Die Firma stelle sich jedoch auf den Standpunkt, die Statik sei Sache der Stadt.

"Wir haben bewusst ein sehr ausführliches Leistungsverzeichnis erstellt", stellt der Amtsleiter klar. Architekt Norbert Behringer, der das Gebäude entworfen hat, habe sogar sehr weit gediehene Pläne für Elektroinstallation, Heizung und Lüftung sowie ein Raumbuch erstellt. "Im Vertrag steht klar, welche Leistungen der Generalunternehmer erbringen muss", sagt Ludwig.

Die Salacher Firma, die gegenüber unserer Zeitung erneut keine Stellung zu der Auseinandersetzung abgab, habe von der Stadt eine pauschale Anerkennung von Nachforderungen gefordert. "Da spielen wir nicht mit", machte der Amtsleiter unmissverständlich deutlich. Die Firma habe den Bau so zu erstellen, wie in der Ausschreibung vorgesehen und könne jetzt nicht nachträglich höhere Kosten geltend machen. Noch in dieser Woche will die Stadtverwaltung das weitere Vorgehen beraten. Der Fall beschäftigt inzwischen auch Anwälte. Der Druck wächst, denn die Kommune muss nun übergangsweise andere Räume für die Krippenplätze suchen.

Die weitere Verzögerung des Projekts könnte jedoch noch teurer für die Stadt werden. Denn die Bundeszuschüsse für die Einrichtung der Krippengruppen seien an die Inbetriebnahme bis Ende September gebunden.

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