Erfrischende Märchenadaption

Mit einer wunderschönen Inszenierung von Andersens Märchen "Die kleine Meerjungfrau" begeisterten "Die Pusterer" aus Bozen. Die Truppe setzt sich ausschließlich aus Menschen mit Behinderung zusammen.

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Schon einmal waren "Die Pusterer" bei den Theatertagen zu Gast. 2007 war es - mit ihrem vom Publikum so begeistert aufgenommenen Stück "Am Bahnsteig". Heuer nun brachten sie "Die kleine Meerjungfrau" nach Hans Christian Andersens bekanntem Märchen auf die E-Werk-Bühne, und der Schlussapplaus diesmal sollte nicht weniger kraftvoll ausfallen wie jener vor acht Jahren.

Die Theatergruppe ist beheimatet im italienischen Pustertal und setzt sich ausschließlich aus Menschen mit Behinderung zusammen. Mit Regisseurin Helle Pedersen erarbeiteten sie über einen längeren Zeitraum hinweg eine für sie ansprechende Bühnenfassung. Und die kann sich sehen lassen: Getragen von großer Lust und bester Laune wurde mit den Mitteln des Theaters eine Inszenierung erarbeitet, die auf vergnügliche Art Andersens Märchen auf wunderschöne Weise zum Ausdruck zu bringen vermochte.

Die vorwiegend jungen Besucher im vollbesetzten Alten E-Werk erfahren durch eine Vorleserin die jeweiligen Handlungsabläufe. Schon nach der ersten Szene wird ihnen die sprachliche Behinderung der Akteure bewusst. Doch für das Stück der Pusterer bedarf es keiner geschliffenen Worte. Allesamt sprechen sie auf erfrischende Art so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, denn die kurzweilig gespielten Episoden überzeugen allein schon durch die Kraft der Körperbewegung, aber auch durch die ansprechenden Bilder.

Da wird etwa ein prächtig anzusehendes Schiff auf die Bühne gezogen mit einer aus voller Kehle Seemannslieder grölenden Mannschaft. Doch wenn dann noch der Käpt'n, dieser alte Seebär, während der Hochzeit des Prinzen ein "Muss Liebe schön sein" brummt, löst dies höchste Begeisterung im Publikum aus. Und wenn sich die Meerjungfrau am Schluss mit dem Ausdrucksmittel des Tanzes in Andersens Luftgeist verwandelt, dann ist dies gewiss ganz großes Theater. Am Schluss begeisterter und langanhaltender Beifall für eine schauspielerische Meisterleistung.

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