Energiesparen geht nicht auf Knopfdruck

Die Gemeinde Zell will ihren Energieverbrauch um zehn Prozent senken. Gute Vorschläge gab es im Gemeinderat. Aber so einfach ist das nicht.

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Der Zeller Gemeinderat Joachim Hausch hat noch im Ohr, dass bei einem Energietag in Bad Boll gesagt worden sei: Ein Hausmeister kann den Energieverbrauch um ein Drittel reduzieren, wenn er weiß, wo er anpacken soll. Mittlerweile hat es Schulungen für Hausmeister im ganzen Verwaltungsverband Raum Bad Boll gegeben. In Zell sieht Bauamtsleiter Jürgen Gassenmayer auch "erste Erfolge" beim Energiesparen. Aber noch ist die Gemeinde erst am Anfang. Zehn Prozent ist das Minimalziel. Das hält Bürgermeister Werner Link für erreichbar. Er bezweifelt, dass mit Schaltungen und Kontrolle ein Drittel einzusparen wäre.

Link kann nur wiederholen, wie Energiesparen geht: Alle Mitarbeiter der Gemeinde samt den Nutzern in Kindergärten, Schule und Gemeindehalle müssten mit Energie sparsam umgehen. Ein Grad weniger Raumtemperatur bringe sechs Prozent Einsparung. Er nennt auch "allgemeine Weisheiten" wie: das Licht ausmachen, wenn man es nicht braucht. Dass das nicht immer so konsequent geschieht, weiß er auch. Da brenne im Rathaus manchmal Licht im Flur, wenn die Sonne schon taghell hereinscheint.

Horst Bäuerle sieht noch anderes. "Der Hausmeister ist nicht nachts da, da brennen die ganze Nacht Lichter in der Schule." Michael Dreher empfiehlt einen Belegungsplan für Räume in der Schule. Daran sei ersichtlich, wann der letzte das Licht ausmachen und die Heizung herunterdrehen müsse. Der Schultes fragt sich, ob eine automatische Nachtabschaltung helfe.

Was kann die Gemeinde mit Wärmedämmung tun? Die halbe Schule ist schon saniert, die andere Hälfte steht noch an. An der alten Schule könnte man viel machen, sagt Link, auch am Altbau des Kindergartens. Beim Rathaus winkt er ab: Eine Fassadenisolierung würde sich nach 34 Jahren amortisieren, ein Austausch der Fenster nach 100 Jahren.

Mit Kleinigkeiten kann man einiges erreichen, meint Link. Beim Kindergarten zum Beispiel und auch bei der Gemeindehalle, die bei ihrer schiere Größe einen enormen Energieverbrauch haben. Gassenmayer sieht "keine Schwierigkeiten, hier zu reduzieren." Link sieht auch die Grenzen. Ob man das so fein nach Nutzern herunter- und heraufregeln kann, wenn nach den Faustballern eine Rheuma-Gruppe kommt?

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