Elektromobilität seit langer Zeit im Fokus

Ein Firmenkonsortium um das Kompetenznetzwerk Mechatronik Baden-Württemberg, das in Göppingen sitzt, entwickelt und produziert Nachrüstsätze für Elektrofahrzeuge im Transporterbereich.

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Ein Mercedes-Sprinter wurde als Versuchsfahrzeug für das "EleNa"-Projekt genutzt. Ein Firmenkonsortium entwickelt Nachrüstsätze für die Elektromobilität bei Lieferwagen. Foto: Privat

Es ist ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2020 sollen in der Region Stuttgart in einem Modellprojekt zum Thema "Elektromobilität" rund eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Dabei ist der Markt, so sagen Branchenkenner, nicht nur für Privatfahrzeuge beachtlich, sondern vor allem auch bei Lieferwagen interessant. Ein Konsortium rund um das Göppinger Kompetenznetzwerk Mechatronik hat sich darum schon seit einiger Zeit auf das Projekt "EleNa" konzentriert, das insbesondere für Lieferwagen konzipiert wurde.

"EleNa" ist die Abkürzung für "Elektroantrieb-Nachrüstsatz" - in diesem Fall vor allem für Diesel-Lieferwagen. Die Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahren wurde vom Kompetenznetzwerk gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern umgesetzt. Es ist ein Kooperationsverbund aus Industrie, Dienstleistung, Forschung und Lehre. Ziel des Projektes war und bleibt die Schaffung einer Nachrüstlösung im Bereich Elektroantrieb. Ein Mercedes Sprinter ist als Versuchsfahrzeug dafür umgebaut worden. Damit können städtische und regionale Fahrten emissionsfrei zurückgelegt werden, gleichzeitig steht aber für überregionale Fahrten der konventionelle Antrieb zur Verfügung. Mit diesem Nachrüstsatz soll vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen ein früher Einstieg in die Elektromobilität bei niedriger Investitionshürde ermöglicht werden.

"Außergewöhnlich an diesem Projekt ist zum einen die Idee, eine Lösung zu generieren, die den Umstieg auf Elektromobilität kurzfristig und günstig möglich macht", sagt Volker Schiek, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Mechatronik Baden-Württemberg, das seinen Sitz in Göppingen hat. Denn durch eine unbürokratische Zusammenarbeit wird bei den Projektpartnern mit einem kurzen Entwicklungs- und Produktionszyklus gearbeitet, berichtet Schiek. Er freut sich, dass sich für dieses Projekt mittelständische Unternehmen gefunden haben, die den Großen der Branche in nichts nachstehen. Das Kompetenznetzwerk hat eine passende Struktur geschaffen, sodass die teilnehmenden Firmen nicht nur ihre Kompetenzen kombinieren, sondern auch über einen sehr guten Zugang zu wissenschaftlichen Institutionen verfügen. Während der erschwerte Zugang zur Wissenschaft und fehlende Praxisnähe im Mittelstand häufig als Innovationsbremse kritisiert werden, wird eine übergreifende Kooperation bei diesem Projekt groß geschrieben. So engagieren sich nicht nur die Hochschule Esslingen und das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren, sondern auch das Fraunhofer IPA. Während letzteres das Projektmanagement unterstützt sowie Systemanforderungen und Definitionen der Prüfungen und Feldtests festsetzt, legt die Hochschule Esslingen ihr Augenmerk auf die Forschungsbegleitung des Prototypenaufbaus.

Gerade auch regionale Unternehmen wie die Huber Group aus Mühlhausen, die den Projektbereich Fahrzeugsteuerung und Simulation übernommen hat, ist einer der Partner. Die Batterie-Ladestationen stellt Heldele aus Salach. Auch der TÜV Süd konnte als Projektpartner gewonnen werden, um aktuelle Vorgaben rechtzeitig berücksichtigen zu können. Mittlerweile produziert das Firmenkonsortium die Nachrüstsätze in Kleinserien für Fahrzeuge, die hauptsächlich im Mittelstand eingesetzt werden.

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