Einzigartiger Kunst-Kosmos

Die Stiftung des namhaften Breecher Künstlers Fritz Schwegler nimmt Gestalt an. Regierungsvizepräsident Christian Schneider überreichte jetzt im Sammlungshaus die Stiftungsurkunde.

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Professor Fritz Schwegler und seine Frau Hildegard Schöneck-Schwegler nahmen am Dienstag im Sammlungshaus in Breech die Urkunde für die Stiftung "Das unbewegliche Theater" aus den Händen von Regierungsvizepräsident Christian Schneider entgegen. Schneider konnte sich mit seinem Besuch ein Bild machen von den Kunstwerken, den Sammlungen und den Orten, die diese Stiftung ausmachen, und dem Vorhaben, dies alles für die Zukunft als kulturellen Schatz zu erhalten und zu pflegen.

In vielen kleinen und großen Gebäuden in und um Breech, dem Heimatort des 1935 geborenen Künstlers, ist in den vergangenen Jahrzehnten ein einzigartiger Kosmos der Kunst entstanden. Diese Orte sind Bühnen für die Werke Fritz Schweglers, für die Sammlungen formbewusster Alltagsgegenstände, die er und seine Frau Hildegard Schöneck-Schwegler zusammengetragen haben.

Hier ist alles in Szene gesetzt. Es geht um die künstlerische Einbildungskraft, um die Bilder, Skulpturen, Texte, die "Effeschiaden" der 1970er Jahre, die 1990-2001 entstandenen 1111 "Notwandlungsstücke" und all die Werke, die aus dem Archiv von Einfällen des Künstlers ihr Motiv haben und zusammen mit den Sammlungen und den besonderen Orten ihres Daseins ein Gesamtkunstwerk bilden, eben "Das unbewegliche Theater".

Nach Lehr- und Wanderjahren als Schreiner studierte Fritz Schwegler an den Kunstakademien in Stuttgart und London. Als junger Bildhauer arbeitete er in Paris, Rom, Kairo, New York und Tokio. Von 1972 bis 2001 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Aus seiner Klasse erwuchsen Künstler wie Thomas Schütte, Katharina Fritsch, Thomas Huber, Judith Samen, Gregor Schneider und Thomas Demand. Daneben entwickelte er sein eigenes Werk weiter. Er hat Einfälle gesammelt und diesen Einfällen in Werkgruppen ihre unverwechselbare Erscheinung gegeben. "Jede Werkgruppe ist ein neues Stück, das zur Aufführung kommt und in jeder einzelnen Figur und in jedem Satzgegenstand die Poesie der Imagination zum Ausdruck bringt", erläutert Kunsthallenleiter Werner Meyer, der das Projekt protegiert, Schweglers Werk. Besonders faszinierend sei "die Verbindung von einfachen alltäglichen Motiven mit dem Fremden, Traumhaften der künstlerischen Verwandlung zum Bild, das sein Geheimnis so einfach ganz sicher nicht preisgibt".

1972 gehörte Fritz Schwegler zu den Künstlern der legendären, von Harald Szeemann kuratierten documenta 5, 1987 waren seine Skulpturen auf der documenta 8 von Manfred Schneckenburger zu sehen. Das Land Baden-Württemberg ehrte ihn 1999 mit dem Hans-Thoma-Preis, 2004 richtete die Kunsthalle Düsseldorf dem emeritierten Düsseldorfer Professor eine umfangreiche Ausstellung ein.

"Die Stiftung bewahrt ein einzigartiges Werk und dessen eigene Orte", betont Meyer. Zu diesem Werk gehöre auch die reiche Geschichte seiner Aufführungen, seiner Ausstellungen und Wirkungen, seiner Kunst im öffentlichen Raum sowie in Sammlungen und Museen.

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