Eine gefährliche Flucht von Tibet nach Indien

Die Welt ist Iris Lemanczyks Zuhause. Nun weilte die Autorin zu einer Lesung aus ihrem Buch "Das verlorene Land" am Geislinger Michelberg-Gymnasium.

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Erstmals seit vier Jahren war Kinderbuchautorin Iris Lemanczyk im Rahmen der Frederick-Lesewoche wieder zu Gast im Geislinger Michelberg-Gymnasium. Die ehemalige Journalistin und seit 1997 freie Schriftstellerin unternahm bereits zahlreiche Reisen in nahezu 50 Länder, unter anderem nach Kenia, Madagaskar, Indien und Kambodscha, um für ihre Bücher zu recherchieren.

Die studierte Germanistin und Geografin Lemanczyk erzählte ihren Zuhörern von ihrem Leben und ihrer Karriere. Sie habe auf ihren Reisen immer einen Notizblock dabei, worin sie ihre Ideen notiere. Diese fließen dann zurück in ihre Bücher, erzählte Lemanczyk.

Eines ihrer Bücher stand im Mittelpunkt des Abends: "Das verlorene Land". Die Geschichte handelt von tibetischen Zwillingen - einem Jungen und einem Mädchen - die wegen ihrer schlechten Lebenssituation wie schon viele vor ihnen versuchen, über das Himalaya-Gebirge nach Indien zu flüchten, wo sie auf eine bessere Zukunft hoffen. Die beiden Hauptfiguren sind zwar frei erfunden, jedoch basiert die Handlung auf wahren Begebenheiten, die die Autorin persönlich von Tibetern zu hören bekommen hat.

Aus erster Hand berichtete Lemanczyk von der Unterdrückung der Tibeter durch China, das das Land 1951 annektiert hatte. Viele Eltern würden wegen der herrschenden Armut ihren Nachwuchs noch im jungen Alter auf die gefährliche Flucht nach Indien schicken, wo die Kinder meist in Klostern aufgenommen und erzogen würden. Ein weiteres Ziel sei es, den Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter, in dessen Exil in Indien anzutreffen. Zum Abschluss der ebenso interessanten wie humorvollen Lesung erntete Lemanczyk viel Applaus. Auf die offen gebliebene Frage, ob die Kinder es schaffen , ihr Ziel zu erreichen, antwortete ein drei Jahre altes Mädchen: "Ja!"

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