Ein Ort für Gutgelaunte

Wer Geselligkeit und zünftiges Essen sowie Wein oder Most liebt, kehrt gern in eine Besenwirtschaft ein. Die Bewirtung auf Zeit erlebt immer mehr Zuspruch, nicht nur bei Wanderern und Vereinen.

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  • Ganz klar, neben der Geselligkeit spielen auch Speis und Trank eine wichtige Rolle. Foto: Archiv 1/2
    Ganz klar, neben der Geselligkeit spielen auch Speis und Trank eine wichtige Rolle. Foto: Archiv
  • Damit sich Gäste nicht verlaufen weisen Reisigbesen und Schild in die entsprechende Richtung. Foto: Archiv/Giacinto Carlucci 2/2
    Damit sich Gäste nicht verlaufen weisen Reisigbesen und Schild in die entsprechende Richtung. Foto: Archiv/Giacinto Carlucci
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Laut und lustig geht es meist in Besenwirtschaften zu und das nicht nur, weil die Gäste vielleicht schon etliche "Viertelen" oder Henkelgläser Most intus haben. Besucher solcher Lokalitäten sind wohl von Natur aus gesellige Menschen, mögen es, wenn sie auf Gleichgesinnte treffen und nehmen dabei in Kauf, dass sie ihren Platz auf der Bank auch schon mal mit anderen, dicht gedrängt, teilen müssen. Denn was beliebte Besenwirtschaften - in anderen Gegenden auch Hecken- oder Straußenwirtschaften genannt - ausmacht, ist der große Zuspruch ihrer Gäste: Am frühen Abend sind es meist Senioren, die Jungen kommen in der Regel später.

Beliebt sind die Wirtschaften auf Zeit zum einen sicherlich wegen der Geselligkeit, kommen an diesem Ort doch Tischnachbarn schnell miteinander ins Gespräch, zum anderen wohl wegen der zünftigen Speisen und Getränke.

Was ausgeschenkt und an Essen angeboten werden darf, ist vorgegeben. Auch wenn eine Besenwirtschaft keine Gaststättenerlaubnis braucht, die Anmeldung als Gewerbe bei der Gemeinde ist Pflicht. Vorgeschrieben ist ebenfalls, dass es für nicht mehr als 40 Gäste Sitzplätze geben darf und dass der Betrieb nur insgesamt vier Monate im Jahr geöffnet ist. Der Zeitraum kann aufgeteilt werden.

Etliche Betreiber einheimischer Besenwirtschaften stehen derzeit wieder in den Startlöchern, haben Tische und Bänke blank geputzt, um ihre Gäste zu bewirten. Andere haben ihre Türen bereits geöffnet.

Immer wieder kehren Vereine und Wanderfreunde bei ihnen ein, um sich zu stärken und einen Wein oder Most möglichst vom Fass zu genießen oder, falls Brennrecht besteht, sich an einem Obstschnaps zu laben. Die Speisekarten bieten Herzhaftes wie Kesselfleisch, Saure Kutteln, Würstchen mit Kartoffelsalat, Maultaschen oder Brot mit Backsteinkäse zu kleinen Preisen. Einfache Zubereitung des Essens zählt zu den rechtlichen Vorschriften, die neben der dazugehörigen Hygiene und der Voraussetzung, eigene Räume anbieten zu können, verlangt werden.

Ältere Besucher erinnern sich noch daran, dass früher für solche Lokalitäten von den Betreibern die gute Stube oder sogar das Schlafzimmer geräumt und für die Bewirtung umgestaltet wurde. Heute werden eher Garagen, Ställe oder Keller für die Gäste feingemacht.

Die Chance, auf relativ einfachem Weg eine Besen-, Straußen- oder Heckenwirtschaft zu eröffnen, soll auf Karl den Großen zurückgehen, der damit den Winzern und Bauern ermöglicht haben soll, einen Teil ihres Ertrags direkt zu vermarkten. Das Zeichen dafür ist meist ein Reisigbesen oder ein zünftiger Strauß. Christiane Ohnemüller

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