Ein Ort der Originale

Noch gut anderthalb Jahre werden vergehen, bis das Göppinger Stadtmuseum "Storchen" wieder öffnet. Die Konzeption stellte Stadtarchivar Dr. Karl-Heinz Rueß beim Geschichts- und Altertumsverein vor.

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Alles hat zwei Seiten. Die Binsenweisheit gilt auch für das städtische Museum "Storchen" in Göppingen. Dass der Brandschutz des 1536 als Stadtresidenz der Freiherren von Liebenstein erbauten Fachwerkbaus nicht mehr den Anforderungen der Zeit entspricht, bietet Stadtarchivar Dr. Karl-Heinz Rueß die Chance, die Präsentation der Ausstellungen komplett zu überarbeiten und modern und zeitgerecht zu konzipieren.

Beim Geschichts- und Altertumsverein Göppingen, der sich dem Museum besonders verbunden fühlt und der maßgeblich an seiner Realisierung beteiligt war, stellte Dr. Rueß jetzt die Konzeption des "neuen Storchen" vor. Das Museum wird "weiterhin ein Ort der Originale sein", die aber nicht einfach präsentiert, sondern in ihren geschichtlichen Kontext eingebunden sein werden. Die Ausstellungsstrukturen werden flexibel gehalten und so ohne großen Aufwand Veränderungen zulassen.

Im Erdgeschoss wird in der ehemaligen Werkstatt "eine Schatzkammer eingerichtet". Im Eingangsbereich wird das mittelalterliche Göppingen thematisiert. Das erste Stockwerk ist den Sonderausstellungen vorbehalten. Im zweiten Obergeschoss werden verschiedene Aspekte der Stadtgeschichte präsentiert. Zwei Modelle, die die dramatische Veränderung nach dem zweiten Stadtbrand von 1782 deutlich machen, werden ebenso gezeigt wie die handwerkliche und industrielle Entwicklung der Stadt und ihre Nachkriegszeit.

In einem "Kunstraum" werden in wechselnden Ausstellungen Künstler wie Jakob Grünenwald oder Johann Jakob Haid präsentiert. Im ersten Dachgeschoss, das noch barrierefrei zu erreichen sein wird, werden unterschiedliche Epochen anhand von Lebensläufen aufgezeigt. Hier begegnen die Besucher Christine Knoer, der Verfasserin des ersten Göppinger Kochbuches ebenso wie der erfolgreichen Unternehmerin Caroline Märklin und den Gründern des Syrischen Waisenhauses in Jerusalem, den Schnellers. Am Beispiel von Albert Schoenhut wird das Thema Auswanderung gezeigt. Er war in Amerika ein sehr erfolgreicher Unternehmer geworden.

Wie bislang auch schon, bleibt das zweite Dachgeschoss dem Spielzeug vorbehalten. Auch hier wird die Präsentation so gestaltet sein, dass sie immer wieder verändert werden kann.

Die Ausstellungen im "Storchen" werden interaktiv sein, zu einzelnen Themen werden spezielle Kinderebenen, die "Gepporellos" konzipiert werden. Karl-Heinz. Rueß geht davon aus, dass die Bauarbeiten bis Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. Die Eröffnung könnte dann im Frühsommer 2014 gefeiert werden.

Info: Weitere Informationen zur Museumskonzeption gibt es unter www.geschichtsverein-goeppingen.de

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