Ein KOMMENTAR von Joa Schmid: Ein Fest des Friedens 

Die ursprüngliche Bedeutung des Göppinger Maientages als Dankes- und Friedensfest sollte nicht in Vergessenheit geraten, findet unser Kommentator.

|

Wenn Besucher vom Göppinger Nationalfeiertag reden, dann ist da schon etwas Wahres dran: Kein Ereignis im Jahr zieht die Bürger der Hohenstaufenstadt so in seinen Bann wie ihr Maientag. Auf dieses Highlight lassen sie nichts kommen. Auch auswärtige Besucher können sich dessen Charme nur schwer entziehen. Dafür sprechen die hohen Besucherzahlen des mehrtägigen Heimatfestes, das bereits am Mittwochabend beim NWZ-Blasmusikfestival stimmungsvoll eröffnet wurde. Vor allem auch dem traditionellen Festumzug wohnt ein ganz eigener Zauber inne, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Heute dürfte sommerliches Wetter ein Übriges tun, die Menschen, die das Geschehen zu Tausenden am Straßenrand verfolgen werden, in Feierlaune zu versetzen. Erwachsene und Kinder freuen sich auf die Aufführungen der Schüler in der EWS-Arena und sehen dem Spektakel auf dem Rummelplatz oder im Festzelt mit Spannung entgegen. So ein Gemeinschafts-Erlebnis schweißt die Menschen zusammen und lässt sie den Alltag aber auch das beängstigende Weltgeschehen mit fürchterlichen Kriegen, Flüchtlingselend und Terroranschlägen wie dem im englischen Manchester  für kurze Zeit vergessen. Vor diesem Hintergrund dürfte wohl niemand daran zweifeln, dass der Maientag als eines der ältesten  Dankes- und Friedensfeste Süddeutschlands auch heute noch eine immense Bedeutung hat. Wir haben nicht weniger Grund, den Frieden zu feiern als die Göppinger des Jahres 1650, die dem Aufruf des württembergischen Herzogs Eberhard gefolgt waren und das Ende des Dreißigjährigen Krieges mit all seinen Schrecknissen entsprechend gewürdigt hatten. Auch heute noch dürfen wir dankbar sein, dass es uns im Vergleich mit  so vielen Menschen auf der Welt ausgesprochen gut geht. Was würden die Menschen in Syrien oder in anderen Kriegsregionen der Welt darum geben, wenn sie in ihrem Land ähnlich friedlich und sicher leben könnten wie bei uns?

  Daran darf  ruhig ab und zu denken, wer sich die nächsten Tage mit Leib und Seele dem Göppinger Festvergnügen hingibt. Die Erinnerung an die ursprüngliche Bedeutung des Maientags tut der Feierlaune beim Umzug,  im Festzelt,  auf dem Rummelplatz oder beim Musikfeuerwerk am Montag keinen Abbruch, macht aber deutlich, dass nichts auf dieser Welt selbstverständlich ist. Auch nicht der Frieden.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hallenboden macht Probleme

Die Eröffnung der kleinen Sporthalle der EWS-Arena verzögert sich erheblich. Die Märklintage müssen deshalb im September ausweichen. weiter lesen